Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Umsatzsteuervoranmeldung

Start als Kleinunternehmer

6.02.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich möchte einen kleinen Online-Shop eröffnen und dort meinen selbstgemachten Schmuck verkaufen. Muss ich auf den Rechnungen eigentlich die Umsatzsteuer ausweisen? Ich habe mal etwas von einer Kleinunternehmerregelung gehört.

Antwort:

Ob groß oder klein - ein Unternehmen zu gründen ist eine spannende Sache. Mit einem Konzept haben Sie den ersten Schritt getan. Nun heißt es, sich um die Bürokratie zu kümmern. Steuerliche Aspekte spielen dabei eine wichtige Rolle. Und damit auch die Umsatzsteuer und der Vorsteuerabzug.

Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine indirekte Steuer, die vom Endverbraucher gezahlt werden muss. Allerdings wird sie nicht direkt beim Verbraucher erhoben, sondern über das verkaufende Unternehmen. Eingenommene Umsatzsteuer muss der Unternehmer an das Finanzamt abführen, erhält aber umgekehrt auch die von ihm für das Unternehmen gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück. Dies geschieht mit der Umsatzsteuervoranmeldung.

Möchten Sie als Kleinunternehmer starten, können Sie von der Vereinfachung der sogenannten Kleinunternehmerregelung profitieren. Sie haben nämlich unter bestimmten Voraussetzungen das Recht zu wählen. Als Kleinunternehmer gelten Sie, wenn der Umsatz Ihres Unternehmens im Vorjahr 17.500 Euro nicht überschritten hat und im Laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreiten wird. Gründen Sie Ihr Unternehmen neu, müssen Sie den voraussichtlichen Umsatz im Kalenderjahr schätzen. Liegt dieser unter 17.500 Euro, werden Sie als Kleinunternehmer eingestuft.

Machen Sie von der Regelung Gebrauch, brauchen Sie keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Sie brauchen keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und dürfen die Umsatzsteuer in Ihren Rechnungen nicht ausweisen. Haben Sie die Umsatzsteuer dennoch ausgewiesen, müssen Sie diese auch abführen. Geben Sie in Ihren Rechnungen also nur den Bruttorechnungsbetrag an. Außerdem müssen Sie auf der Rechnung vermerken, dass die Umsatzsteuer nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) nicht ausgewiesen wird.

Sie können sich aber auch anders entscheiden. Möchten Sie vorsteuerabzugsberechtigt arbeiten, müssen Sie dies dem Finanzamt mitteilen. Die Entscheidung gilt dann für fünf Jahre. Sie sind dann verpflichtet, die Umsatzsteuer in Ihren Rechnungen auszuweisen. Außerdem müssen Sie eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Lohnen kann sich dies für Sie, wenn Sie beispielsweise höhere Ausgaben haben und mehr Umsatzsteuer gezahlt als eingenommen haben. Dann erhalten Sie vom Finanzamt etwas zurück.

Permalink

Tags: Gewerbe

Ähnliche Beiträge:

Mann mit Handy am Laptop

E-Mail-Verteiler und Datenschutz

18.03.2019

Rechtsfrage des Tages

Per E-Mail können Sie gerade im gewerblichen Bereich schnell und unproblematisch viele Empfänger auf einmal erreichen. Allerdings heißt es dabei aufpassen. Ein Verstoß gegen das Datenschutzrecht ist schnell passiert. Hier erfahren Sie mehr.

Arzt am Smartphone

Online-Krankschreibung: Zulässig?

18.02.2019

Rechtsfrage des Tages

Krankschreibung per Messenger? Geht das? Ein Unternehmen bietet seit neustem einen solchen Service an. Ob Sie als Chef diese Krankmeldung akzeptieren müssen, erfahren Sie hier.

Bewerbungsgespräch

Zuschuss für Langzeitarbeitslose

4.02.2019

Rechtsfrage des Tages

Für Langzeitarbeitslose ist es meist schwer, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Für Arbeitgeber ist es seit Jahresanfang durchaus attraktiv geworden, diesen Menschen eine Job-Chance zu geben. Hier erfahren Sie, was der Gesetzgeber für Sie bereitgestellt hat.

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei