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Aprilscherz

Aprilscherz ohne böse Folgen

31.03.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich möchte morgen mit meinem Bruder unsere Nachbarn mit einem Aprilscherz ärgern. Unsere Mutter warnte uns, dass er uns wegen groben Unfugs anzeigen könnte. Könnte man sich mit einem Aprilscherz tatsächlich strafbar machen?

Antwort:

Morgen ist der 1. April und damit wieder Zeit für lustige Aprilscherze. So mancher wird morgen "April, April!" zu hören kriegen. Und auf ein ungläubiges Gesicht folgt meist ein Lächeln oder ein herzhaftes Lachen. Doch auch bei Aprilscherzen kann die Grenze des Lustigen schnell mal überschritten werden. Ob Sie sich wegen eines Aprilscherzes wirklich strafbar machen können, hängt vom Scherz ab.

Weniger lustig wird es Ihr Nachbar finden, wenn Sie beispielsweise sein Auto mit Lehm und Matsch beschmieren. Bleiben nach der Reinigung Kratzer auf dem Lack, müssen Sie mit Schadensersatzforderungen rechnen. Zumindest, wenn Sie schon deliktsfähig sind. Ein Klingelstreich dürfte hingegen kaum zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen. Achten Sie also darauf, dass Sie durch den Streich nichts beschädigen. Ihr Nachbar könnte Sie auch wegen Sachbeschädigung anzeigen.

Seien Sie bei Ihrem Scherz vorsichtig, dass niemand verletzt wird. Auch wenn Sie eigentlich niemandem wehtun wollen, kommt jemand zu Schaden kann gegen Sie wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt werden. Harmlosere Streiche ziehen aber meist keine straf- oder zivilrechtlichen Folgen nach sich. Einen Straftatbestand des "groben Unfugs" gibt es nicht.

Übertreiben Sie es aber, droht Ihnen unter Umständen ein Bußgeld. Belästigen Sie durch Ihre Scherze die Öffentlichkeit, kann gegen Sie gemäß § 118 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) ein Bußgeld verhängt werden. Damit es soweit kommt, muss Ihre Handlung allerdings die öffentliche Ordnung beeinträchtigen und die Allgemeinheit belästigen oder gefährden. Sie sollten also nicht durch einen Supermarkt rennen und "Feuer!" rufen. Lösen Sie eine Panik aus, werden die Ordnungshüter keinen Spaß verstehen.

Wollen Sie Ihre Freunde über das Internet oder einen Messenger-Dienst verkohlen? Denken Sie daran, dass Sie auch am 1. April mit einer Abmahnung wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung rechnen müssen. Wie in vielen Lebensbereichen heißt es auch beim Aprilscherz Maß zu halten. Dann steht einem frechen Spaß nichts im Wege.

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