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Geschäftsfrau

Diskriminierung in Stellenanzeige

13.03.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich suche einen neuen Angestellten. Nächste Woche möchte ich dafür eine Anzeige in unserer Tageszeitung schalten. Darf ich darin konkret nach jungen Mitarbeitern suchen? Ich möchte niemanden kurz vor der Rente einstellen.

Antwort:

Schauen Sie sich die Stellenanzeigen in der Zeitung an, werden Sie nicht selten Begriffe wie "Berufseinsteiger", "Hochschulabsolvent" oder "Young Professional" finden. Möchten Sie eine Stelle ausschreiben, sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Je nach Formulierung und Kontext der Annonce können Ihnen Schadensersatzansprüche drohen.  Unter Umständen verstoßen Sie damit nämlich gegen das Verbot der Altersdiskriminierung.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schreibt vor, dass niemand beispielsweise wegen seines Alters, seines Geschlechts oder seiner Religion diskriminiert werden darf. Suchen Sie in Ihrer Stellenausschreibung einen "jungen, motivierten Berufsanfänger", gehen Sie ein konkretes Risiko ein. Lehnen Sie einen älteren Bewerber ab, müssen Sie mit einer Klage auf Schadensersatz wegen der Formulierung in Ihrer Anzeige rechnen. Und zwar unabhängig davon, warum Sie sich gegen den Bewerber entschieden haben.

Besonders kritisch ist zum Beispiel die Kombination der Begriffe "jung" und "Berufsanfänger". Ein betagterer Umschüler kann sich dadurch diskriminiert fühlen. Solche Formulierungen sollten Sie vermeiden. Eine feste Regel, welche Wörter zulässig sind und welche nicht, gibt es freilich nicht. Manchmal kann sich die Diskriminierung auch aus dem Kontext ergeben. Eine Firma stellte sich in einer Stellenanzeige als junges, motiviertes Team vor. Dies fiel ihr auf die Füße. Nach Ansicht des Gerichtes wurde ein älterer Bewerber dadurch unsachlich diskriminiert.

Die Firma versuchte zu argumentieren, dass sich der Begriff "jung" auf ihr erst dreijähriges Bestehen beziehe. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein sah aber in der Kombination mit dem Wort "motiviert" einen Verstoß gegen das AGG. Die Firma musste einem abgelehnten Bewerber einen satten Schadensersatz zahlen (Urteil vom 29.10.2013, Aktenzeichen 1 Sa 143/13). Grundsätzlich sollten Sie daher versuchen, die Stellenausschreibung insgesamt so neutral wie möglich zu formulieren.

Nur in Ausnahmefällen dürfen Sie gezielt eine bestimmte Personengruppe ansprechen. Ein Beispiel wären besondere Ausbildungserfordernisse für den Arbeitsplatz. Die Regelung finden Sie in § 10 AGG. Nach der nicht abschließenden Aufzählung kann eine Ungleichbehandlung zulässig sein. Diese müssten Sie aber vor Gericht beweisen können. Und denken Sie daran: Nicht nur ältere Arbeitnehmer werden durch das AGG geschützt. Fordern Sie "langjährige Berufserfahrung" könnte ein junger Jobsucher darin eine Diskriminierung sehen.

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