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Snowboarder und Skifahrer

Höhere Haftung für Snowboards?

10.03.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich fahre am Wochenende in den Skiurlaub und will mit dem Snowboardfahren anfangen. Mein Freund meinte, dass ich als Snowboarder bei einem Unfall auf der Piste immer haften würde. Stimmt das?

Antwort:

Während der Skisaison kann es auf den Pisten der beliebten Skigebiete schon mal voll werden. Vergleichbar ist die Situation mit einer stark befahrenen Straße. Für das Wintervergnügen gilt zwar eigentlich meist keine konkrete "Straßenverkehrsordnung". Allerdings haben die FIS-Regeln mittlerweile einen hohen Stellenwert eingenommen. Sie gelten als gewohnheitsrechtlicher Beurteilungsmaßstab.

Beispielsweise finden Sie in den FIS-Regeln Hinweise, wie die Vorfahrt auf der Piste gehandhabt werden soll. Im Straßenverkehr gilt in Deutschland die Straßenverkehrsordnung. Deren Vorschriften sind teilweise ähnlich wie die FIS-Regeln. Kracht es im Straßenverkehr, ist der Unfallhergang nicht immer eindeutig. Kann der Sachverhalt nicht aufgeklärt werden, haften beide Unfallbeteiligte meist zu je 50%. Gleiches gilt bei identischem Verschuldensmaßstab.

Bei Autos kommt auch häufig die sogenannte allgemeine Betriebsgefahr zum Tragen. Da Sie mit dem Auto eine potentielle Gefahrenquelle schaffen, haften Sie bei einem Unfall schnell zu 25 - 30% mit. Zumindest, wenn ein Idealfahrer den Unfall trotz Verstoßes des anderen hätte vermeiden können. Da bei einem Unfall mit Pkw von beiden die gleiche Betriebsgefahr ausgeht, verteilt sich die Haftung bei unklarem Unfallhergang je zur Hälfte.

Ähnlich läuft die Haftungsverteilung bei einem Ski- oder Snowboardunfall. Zunächst müssen Sie prüfen, ob einer der Beteiligten gegen eine FIS-Regel verstoßen hat. Dies müssen Sie auch nachweisen können. Ist Ihr Unfallgegner beispielsweise einfach in eine Skiabfahrt eingefahren, ohne sich über andere Sportler nach oben oder unten zu vergewissern, kann dieser alleine für die Unfallfolgen haften. Die FIS-Regeln unterscheiden dabei nicht zwischen Skifahrern und Snowboardern.

Manchmal ist der Hergang aber auch nicht aufklärbar. Oder beide Wintersportler haben gleichsam gegen eine FIS-Regel verstoßen. In diesen Fällen kommt die allgemeine Betriebsgefahr zum Zuge. Denn auch Ski- und Snowboardfahrer müssen unter Umständen für das grundsätzliche Risiko eines potenziell gefährlichen Sportgeräts einstehen.

Da ein Snowboard als schwieriger zu steuern gilt, gehen manche Gerichte beim Snowboarden von einer höheren Gefährlichkeit als beim Skifahren aus. Auch müssten Snowboarder bei jedem zweiten Schwung einen "toten Winkel" beachten. Daher legen manche Gerichte bei unaufklärbaren Pistenunfälle dem beteiligten Snowboarder eine höhere Haftungsquote auf. In den bekannten Entscheidungen traf den Snowboarder eine 60% Haftung, während der andere beteiligte Skifahrer nur zu 40% haften musste.

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Tags: Wintersport

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