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Männer vor Laptop

Mitarbeiterfotos nach der Kündigung

28.03.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe - wie gestern in der Rechtsfrage des Tages beschrieben -  einer Veröffentlichung meines Fotos auf der Firmenwebseite zugestimmt. Allerdings habe ich meinen Job gekündigt. Mein Chef muss das Bild doch jetzt von der Homepage entfernen, oder?

Antwort:

Solange Sie als Arbeitnehmer im Betrieb beschäftigt waren, haben Sie sich sicherlich der Firma zugehörig gefühlt. Und möglicherweise ziert Ihr Foto die firmeneigene Homepage. Endet das Arbeitsverhältnis, möchten Sie vielleicht nicht mehr in der Internetpräsenz Ihres alten Arbeitgebers erscheinen. Verständlich. Rechtlich ist die Sache allerdings nicht so einfach.

Haben Sie einer Veröffentlichung seinerzeit nicht zugestimmt? Unter Umständen können Sie von Ihrem Chef die Löschung der Bilder und eine Unterlassungserklärung verlangen. Allerdings können Sie auch je nach den Umständen eine stillschweigende Zustimmung abgegeben haben. Hat Ihr Arbeitgeber aber seinerzeit alles richtig gemacht, haben Sie vor der Veröffentlichung Ihre Einwilligung erklärt. Dann kommt es auf die spezielle Vereinbarung an.

Gelegentlich wird bereits im Arbeitsvertrag eine Zustimmung zur Verwendung von Fotos im Internetauftritt erklärt. Sofern diese Klausel bestimmt genug ist, gilt die Einwilligung als wirksam erteilt. Gleichzeitig kann vereinbart werden, dass das Bild nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wieder von der Webseite entfernt werden muss. Auch in einer separaten Einwilligungserklärung kann diese Bedingung enthalten sein. Dann können Sie die Löschung Ihres Bildes verlangen.

Haben Sie allerdings Ihre Einwilligung unwiderruflich erteilt, kann es für Sie schwer werden. Nach dem Kunsturhebergesetz erlischt eine Einwilligung nämlich nicht automatisch mit einer Kündigung. Diese Einwilligung können Sie nur aus einem konkreten Grund widerrufen. Diesen Grund müssen Sie in Ihrer Widerrufserklärung auch mitteilen. Und Ihr Grund muss schon einiges Gewicht haben. Besonders schwierig wird es, wenn Sie beispielsweise freiwillig an einer Werbemaßnahme teilgenommen haben. Beispielsweise wenn Fotos von Ihnen in einer für das Unternehmen typischen Situation gefertigt und zur Beschreibung der Firma auf der Homepage verwendet werden. Widerrufen Sie Ihre freiwillige Einwilligung haben Sie Glück, wenn Ihr Arbeitgeber die Fotos entfernt. Oder auch Pech. Denn unter Umständen müssen Sie Ihrem ehemaligen Chef Schadensersatz leisten.

Etwas leichter dürfte es sein, wenn Ihr Portrait mit Name und Position im Unternehmen in der Mitarbeiterliste erscheint. In diesem Fall wird auch Ihr Arbeitgeber wenig Interesse daran haben, Sie weiter als Mitarbeiter anzeigen zu lassen. Dennoch sollten Sie den Widerruf unbedingt schriftlich erklären. Geben Sie dabei auch gewichtige Gründe für Ihren Löschungswunsch an. Im Rahmen einer eventuellen Gerichtsverhandlung werden die Richter sich diesen Grund genau ansehen.

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