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Führungszeugnis

Was steht im Führungszeugnis?

7.03.2017

 Rechtsfrage des Tages:

Bevor ich meinen neuen Arbeitsvertrag unterschreibe, soll ich ein Führungszeugnis vorlegen. Vor einigen Jahren musste ich mal wegen einer Verkehrssünde eine Geldstrafe zahlen. Wurde diese Straftat eingetragen?

Antwort:

Nicht selten verlangen Arbeitgeber von ihren künftigen Mitarbeitern ein Führungszeugnis. In manchen Bereichen müssen Sie sogar ein sogenanntes erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Aber keine Sorge. Nicht jede Jugendsünde taucht automatisch in dieser Bescheinigung auf. Alle strafrechtlichen Verurteilungen werden zunächst im Bundeszentralregister (BZR) aufgenommen. Die Eintragung erfolgt unabhängig von der Höhe der Geld- oder Freiheitsstrafe. Nicht eingetragen wird beispielsweise eine Verfahrenseinstellung. Dies gilt selbst dann, wenn Sie gemäß § 153a Strafprozessordnung (StPO) für die Einstellung eine Auflage in Form einer Zahlung erbringen mussten.

Im polizeilichen Führungszeugnis werden nicht alle Eintragungen aufgelistet. Es werden nur solche aufgenommen, bei denen Sie zu einer Geldstrafe über 90 Tagessätzen oder zu einer Freiheitsstrafe von über drei Monaten verurteilt wurden. Bestimmte Verurteilungen im Zusammenhang mit einer Drogenabhängigkeit und Jugendstrafen bis zu zwei Jahren mit Bewährung erscheinen ebenfalls nicht im Führungszeugnis. Wurden Sie seinerzeit beispielsweise zu 40 Tagessätzen verurteilt, so enthält Ihr Führungszeugnis keine Eintragung.

Im erweiterten Führungszeugnis kann deutlich mehr zu Tage treten. Allerdings werden dort nicht sämtliche vorhandenen Eintragungen aufgelistet. Es erscheinen aber Verurteilungen wegen Sexualstraftaten oder kinder- oder jugendbezogener Straftaten unabhängig von der Höhe der Strafe.

Doch wer erfährt überhaupt, was tatsächlich alles im Bundeszentralregister gespeichert ist? Zunächst einmal haben Sie als Betroffener ein Auskunftsrecht. Daneben können Behörden ein ausführlicheres Zeugnis beantragen. Aber nicht jede Behörde hat Anspruch auf uneingeschränkte Auskunft. Eine vollständige Auskunft erhält beispielsweise die Staatsanwaltschaft oder das Gericht.

Und keine Sorge. Ihr Arbeitgeber selbst hat kein Recht, Ihr Führungszeugnis zu beantragen. Sie erhalten das gewünschte Dokument beim Bundesamt für Justiz. Haben Sie einen neuen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion, ein Kartenlesegerät und die AusweisApp2 können Sie den Antrag bequem online stellen. Das Führungszeugnis kostet derzeit 13 Euro.

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Tags: Zeugnis Arbeit

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