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Fitnesstraining

Widerrufsrecht beim Online-Fitnessstudio

1.03.2017

Rechtsfrage des Tages:

Nach der ganzen Feierei möchte ich endlich mal wieder mehr Sport machen. Ich habe mich dafür über Online-Fitnesstrainings informiert. Sollte mir der Sport so keinen Spaß machen, kann ich doch einfach widerrufen. Oder?

Antwort:

Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit und bei vielen macht sich Katerstimmung breit. Neben dem Wunsch sich gesund zu ernähren, fassen gerade heute einige den Entschluss mehr Sport zu treiben. Online-Angebote für Fitnesstraining erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit. So können Sie buchstäblich direkt vom Sofa ein sportlicheres Leben starten.

Aber nicht jedem liegt das Training vor dem Bildschirm. Daher sollten Sie sich bereits vor Vertragsschluss genau über die Kündigungsmöglichkeiten erkundigen. Auch Online-Fitnessstudios bieten häufig günstigere Preise bei längerer Vertragslaufzeit an. Dann heißt es, bis zum bitteren Ende dabei bleiben. Ein Recht auf außerordentliche Kündigung steht Ihnen daneben aber natürlich auch zu. Können Sie aus gesundheitlichen Gründen das Sportprogramm nicht mehr nutzen, dürfte einer wirksamen Kündigung nichts im Wege stehen. Zumindest, wenn Sie Ihre Verletzung oder Erkrankung ärztlich belegen können.

Da Sie den Vertrag mit Ihrem virtuellen Fitnessstudio im Internet abschließen steht Ihnen neben der Kündigungsmöglichkeit auch das Widerrufsrecht zu. Allerdings schließen Sie ja keinen Vertrag über eine Ware oder Dienstleistung ab. Als Mitglied erhalten Sie lediglich Zugang zu Videos, die als digitale Inhalte auf nicht körperlichen Datenträgern gelten. Und bei dieser Art von Verträgen kann das Widerrufsrecht vorzeitig enden.

Hat der Unternehmer als Vertragspartner nämlich mit der Ausführung des Vertrages begonnen, ist das Widerrufsrecht erloschen. Voraussetzung dafür ist aber, dass Sie als Verbraucher der Ausführung des Vertrages vor Ablauf der Widerrufsfrist zugestimmt haben. Außerdem müssen Sie über den Verlust Ihres Widerrufsrechts durch die Zustimmung belehrt worden sein. Ihre Kenntnis davon müssen Sie bestätigt haben. Schauen Sie sich die Widerrufsbelehrung daher genau an. Müssen Sie zusätzlich Häkchen setzen und stimmen einer Ausführung des Vertrages sofort zu? Dann wird es nichts mehr mit Ihrem Widerruf.

Fehlt es allerdings an der Belehrung und Ihrer Zustimmung, gilt das reguläre 14-tägige Widerrufsrecht. Sie können sich binnen dieser Frist vom Vertrag wieder lösen, ohne dass der Anbieter Anspruch auf eine Bezahlung hat. Die meisten seriösen Online-Fintessanbieter dürften aber über eine korrekte Widerrufsbelehrung verfügen. Daher sollten Sie genau nachlesen. Und vergleichen Sie ruhig die Angebote. Viele Anbieter locken mit einer Schnupperwoche oder einem Probe-Abo. So können Sie risikolos testen, ob der Sport aus dem Internet Ihre Kragenweite ist.

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