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Muttertag

Für Mama ein Muttertagsfrühstück

12.05.2017

Rechtsfrage des Tages:

Unser Sohn möchte seine Mutter gern mit einem Frühstück zum Muttertag überraschen. Dafür gehen wir morgen einkaufen. Am Sonntag will er alleine beim Bäcker Brötchen holen. Kann er mit seinen sechs Jahren schon alleine Brötchen kaufen gehen?

Antwort:

Die meisten von uns gehen regelmäßig zum Bäcker, um Brot und Brötchen zu kaufen. Dies ist ein so alltäglicher Vorgang, dass sich kaum jemand der juristischen Hintergründe bewusst sein dürfte. Auch der Kauf von Backwaren stellt nämlich einen Kaufvertrag dar. Um einen solchen Vertrag wirksam abschließen zu können, muss der Käufer geschäftsfähig sein. Kinder sind aber bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres geschäftsunfähig. Daher ist Ihre Frage durchaus berechtigt.

Schließen Geschäftsunfähige Verträge ab, sind diese von Anfang an nichtig. Bis zum Alter von sieben können Kinder keine wirksamen Willenserklärungen im geschäftlichen Verkehr abgeben. Als beschränkt geschäftsfähig gelten Kinder zwischen dem 7. und dem 18. Lebensjahr. Von dieser Altersgruppe abgeschlossene Verträge sind schwebend unwirksam. Nur durch die Genehmigung des gesetzlichen Vertreters können sie wirksam werden. Nach dem sogenannten Taschengeldparagraph können sie allerdings bestimmte Verträge auch allein abschließen. Sie müssen dafür die Leistung mit Mitteln bewirken, die ihnen für diesen Zweck überlassen wurden. Das kann neben dem Taschengeld auch das Geburtstagsgeld von Oma und Opa sein.

Selbst wenn Ihr kleiner Sohn schon Taschengeld bekommt, so kann der Taschengeldparagraph doch nicht auf ihn angewandt werden. Rein rechtlich kann Ihr Sohn also noch nicht alleine Brötchen kaufen gehen. Theoretisch könnten Sie oder der Bäcker den Kaufvertrag über die Sonntagsbrötchen für nichtig erklären. Wissen Sie von der Idee Ihres Sohnes, werden Sie dies sicherlich nicht tun. Und auch die Bäckerei wird bei einer Tüte Brötchen vielleicht nicht auf juristische Spitzfindigkeiten bestehen.

Natürlich kann es aber auch passieren, dass sich die Verkäufer juristisch lupenrein verhalten und Ihrem Sohn keine Brötchen verkaufen. Damit es dann am Muttertag kein trauriges Gesicht gibt, können Sie Ihren Sohn begleiten. Sicherlich ist er auch stolz, wenn er die Brötchen aussuchen und das Geld auf den Tresen legen darf.

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Tags: Kinder

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