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Mann mit Uhr

Minijob und Mindestlohn

15.05.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich bin Gartenbauer und habe einen kleinen Betrieb. Da meine Arbeit immer mehr wird, würde ich mir gern zunächst einen Minijobber einstellen. Was muss ich beachten, auch im Hinblick auf den Mindestlohn?

Antwort:

Minijobber bieten Betrieben die Möglichkeit, sich für recht kleines Geld Mitarbeiter zu organisieren. Sogenannte geringfügig Beschäftigte dürfen bei Ihnen maximal 450 Euro verdienen. Als Arbeitgeber zahlen Sie zusätzlich etwa 30 Prozent für Rentenversicherung, Krankenversicherung, Steuerpauschale und Umlagen. Für die gesetzliche Unfallversicherung fallen jährlich noch Beiträge an, die jedoch gering sind.

Seit 2015 sind Sie verpflichtet, von wenigen Ausnahmen abgesehen einen gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Auch Ihr Minijobber hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Zum 1. Januar 2017 wurde dieser von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angehoben. Die Vergünstigungen der geringfügigen Beschäftigung können Sie nur in Anspruch nehmen, wenn Sie nicht mehr als 450 Euro an Ihren Mitarbeiter auszahlen. Verdient er mehr, ist er kein Minijobber mehr.

Doch wie wirkt sich die Anhebung des Mindestlohns konkret aus? Für bereits Beschäftigte bedeutet die Anhebung letztlich eine Verkürzung der Arbeitszeit.  Im Jahr 2016 konnte ein Minijobber für 450 Euro insgesamt 52,94 Stunden beschäftigt werden. Durch die Anhebung des Mindestlohns hätte er bei gleicher Stundenzahl einen Anspruch auf 467,98 Euro und wäre damit kein Minijobber mehr. Um unter der Grenze für eine geringfügige Beschäftigung zu bleiben, musste auf die Erhöhung des Mindestlohns also eine Reduzierung der Arbeitszeit folgen. 2017 darf ein Minijobber also "nur" 50,90 Stunden arbeiten. Darauf müssen Sie bei der Ausarbeitung des Arbeitsvertrages achten.

Denken Sie auch unbedingt an Ihre Dokumentationspflicht. Nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG) sind Sie nämlich verpflichtet, die Arbeitszeiten Ihres Minijobbers genau zu dokumentieren. Sie müssen Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit notieren. Dafür haben Sie jeweils eine Woche Zeit. Ihr Arbeitnehmer muss Ihre Aufzeichnung zwar nicht gegenzeichnen. Aus Gründen der besseren Nachweisbarkeit ist dies aber anzuraten. Letztlich müssen Sie Ihre Aufzeichnungen zwei Jahre lang aufbewahren und auf Verlangen bei Kontrollen vorlegen können.

Verstoßen Sie gegen die Dokumentationspflicht oder lassen Sie Ihren Minijobber zu lange arbeiten, drohen Ihnen Bußgelder von bis zu 30.000 Euro. Wie Sie dokumentieren spielt hingegen keine Rolle. Der handschriftliche Zettel wird bei sorgfältiger Ausführung genauso akzeptiert wie eine elektronische Zeiterfassung.

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