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Haus mit Säge

Scheidung: Aufteilung des Eigenheims

11.05.2017

Rechtsfrage des Tages:

Mein Mann und ich haben ein Haus gebaut. Das Grundstück hat er mit in die Ehe eingebracht, die Kosten des Hausbaus haben wir beide getragen. Jetzt wollen wir uns scheiden lassen. Ich bin schon ausgezogen. Wie wird denn jetzt das Haus aufgeteilt? Im Grundbuch ist nur mein Mann eingetragen.

Antwort:

Sie haben zusammen gebaut, vielleicht viele Jahre gemeinsam in dem Haus gelebt und gehen nun wahrscheinlich davon aus, dass Ihnen die Hälfte des Hauses gehört. Dem ist aber nicht so. Wer Eigentümer einer Immobilie ist, ergibt sich ausschließlich aus dem Grundbuch. Steht Ihr Ehemann als alleiniger Eigentümer des Grundstücks im Grundbuch, gilt er auch als Eigentümer des Hauses.

Etwas anderes würde gelten, wenn Sie als Eigentümerin mit eingetragen worden wären. Dann stünde Ihnen die ideelle Hälfte der Immobilie zu. Ist nur ein Ehepartner Eigentümer, wird das Eigenheim im Rahmen des Scheidungsverfahrens nicht aufgeteilt. Ihr Ehemann bleibt auch nach der Scheidung Eigentümer des Hauses nebst Grundstück. Ihre Anteile an der Finanzierung und Ausgaben rund um das Bauprojekt gehen allerdings auch nicht verloren. Ihr Ehemann hat durch Ihre Leistungen und - unjuristisch gesprochen - Ihre "Haushälfte" einen Vermögensvorteil erfahren. Dieser wird im Rahmen des Zugewinnausgleichs berücksichtigt. Möglicherweise erlangen Sie dadurch einen Zahlungsanspruch gegen Ihren Mann.

Achtung! Die Durchführung des Zugewinnausgleichs müssen Sie im Scheidungsverfahren beantragen. Von Amts wegen wird das Gericht diesen nicht vornehmen. Ihr Anspruch auf den Zugewinnausgleich verjährt binnen drei Jahren. Voraussetzung für diese Berechnung ist, dass Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben. Haben Sie ehevertraglich einen anderen Güterstand vereinbart, gelten für die Aufteilung des Vermögens andere Regeln.

Natürlich können Sie mit Ihrem Mann den Zugewinnausgleich auch ohne Hilfe des Gerichts klären. Können Sie sich hingegen nicht einigen, werden Sie einen entsprechenden Antrag bei Gericht nicht vermeiden können. Wie Sie sehen, sollten sich Paare mit Eigenheim frühzeitig Gedanken über die Eigentumsregelungen machen. Denn im Falle einer Scheidung können Sie die vermeintlich Ihnen gehörende Hälfte des Hauses weder sinnbildlich noch juristisch "mitnehmen". Zumindest, wenn Sie nicht als Eigentümer im Grundbuch stehen.

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