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Firmenlauf

Beim Firmenlauf versichert?

30.06.2017

Rechtsfrage des Tages:

Nächste Woche veranstaltet mein Arbeitgeber einen Firmenlauf. Da ich gern jogge, habe ich mich auch angemeldet. Bin ich eigentlich versichert, wenn ich mich verletzen sollte?

Antwort:

Gerade größere Firmen veranstalten in den Sommermonaten gern Sportevents für ihre Mitarbeiter. Sie wollen den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und einen Ausgleich zum Arbeitsalltag schaffen. Und nicht wenige Mitarbeiter nutzen diese Chance. Natürlich kann es wie bei jedem anderen Sport auch zu Verletzungen kommen. Je nach Schwere der Blessur kann ein Sportbegeisterter leider noch lange an den Folgen einer Verletzung leiden.

Daher stellen Sie zu Recht die Frage, ob die gesetzliche Unfallversicherung in diesen Fällen eintrittspflichtig ist. Während Ihrer beruflichen Tätigkeit, bei bestimmten Betriebsveranstaltungen und Ihren Wegen zur Arbeit sind Sie als Arbeitnehmer automatisch bei der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Sie müssen weder einen Antrag stellen noch spezielle Beiträge zahlen. Werden Sie beispielsweise auf dem direkten Weg zur Arbeit aufgrund eines Unfalles verletzt, unterstützt Sie die Berufsgenossenschaft unter anderem bei der medizinischen Versorgung und speziellen Reha-Maßnahmen.

Da der Firmenlauf von Ihrem Arbeitgeber veranstaltet wird, liegt die Vermutung für einen Schutz durch diese Versicherung nahe. Leider ist es nicht ganz so einfach. Eine pauschale Antwort kann es nämlich nicht geben. Die Grenze zwischen betrieblicher Veranstaltung und reinem Freizeitvergnügen ist fließend. Und nur, wenn es sich um ein wirklich betriebliches Event handelt, kommen Sie in den Genuss der Leistungen der Berufsgenossenschaft.

Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Ein Blick auf die Rechtsprechung zeigt die schwierige Differenzierung. Teilweise lehnen die Gerichte eine Eintrittspflicht der gesetzlichen Unfallversicherung ab. Da solch ein Laufevent sich nur an wenige laufbegeisterte Angestellte richte, könne es nicht als versicherte betriebliche Veranstaltung gewertet werden. Wenn nur sehr wenige Mitarbeiter teilnehmen würden, wäre die Veranstaltung nicht zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls geeignet.

Anders sah es beispielsweise das Sozialgericht Detmold (SG Detmold, Urteil vom 19.03.2015, Aktenzeichen S 1 U 99/14). Zum einen sei die Einladung zum Unternehmenslauf an alle Mitarbeiter gerichtet gewesen. Zum anderen war die angesetzte Strecke auch für Ungeübte zu schaffen. Außerdem habe der Arbeitgeber "Fan-Tickets" für Mitarbeiter angeboten, die nicht selbst mitlaufen wollten. Daher sei das Programm insgesamt auf alle Arbeitnehmer ausgerichtet gewesen. Zudem müsse die Berufsgenossenschaft unter dem Aspekt des Vertrauensschutzes eintreten. Schließlich hätte die verletzte Mitarbeiterin bei ihrer Anmeldung nicht wissen können, wie viele Kollegen tatsächlich teilnehmen werden.

Wie Sie sehen, kommt es auf den Einzelfall an. Kriterien für eine Eintrittspflicht der Versicherung sind dabei beispielsweise die Anzahl der Teilnehmer und Gestaltung des Gesamtprogrammes. Auch die Anforderungen an Laufkönnen und Ausdauer können ein Indiz sein.

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Tags: Sport Unfall

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