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Frau mit Ventilator

Hitzefrei im Büro?

20.06.2017

Rechtsfrage des Tages:

Unser Bürogebäude ist leider schlecht gedämmt. Wird es jetzt wieder richtig heiß, können wir es dort trotz Rollos und Ventilatoren kaum aushalten. Haben wir einen Anspruch auf Freistellung, wenn es zu heiß wird?

Antwort:

Der Sommer steht in den Startlöchern und schon jetzt liegen einige schwül-heiße Tage hinter uns. So mancher würde dann lieber am Badesee liegen, als im Büro vor dem Computer zu schwitzen oder in der Montagehalle zu zerfließen. Einen Anspruch auf Hitzefrei im Büro haben Sie allerdings nicht. Trotzdem sind Sie nicht völlig schutzlos.

Ihr Arbeitgeber muss Ihren Arbeitsplatz so einrichten, dass von ihm keine Gefährdung Ihrer Sicherheit und Gesundheit ausgeht. Grundlage ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die durch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) konkretisiert wird. Nach diesen Regeln soll die Raumtemperatur am Arbeitsplatz 26 Grad Celsius nicht überschreiten. Gestaffelt nach Temperaturen sehen die ASR verschiedene Maßnahmen vor, die den Arbeitnehmern bei höheren Temperaturen Erleichterung verschaffen sollen.

Die Maßnahmen reichen vom Anbringen von Sonnenschutzsystemen, über die Verlegung der Arbeitszeit, zusätzliche Pausen, Bereitstellen von Getränken bis zur Lockerung von Bekleidungsvorschriften. Je heißer es am Arbeitsplatz wird, umso eher ist Ihr Chef verpflichtet, für Kühlung und Erleichterung zu sorgen. Der Haken bei der Sache: Sie haben keinen Rechtsanspruch auf Einhaltung der ASR. Sie können Ihren Chef also weder auf Einbau einer Klimaanlage, noch auf Anschaffung einer Luftdusche verklagen.

Allerdings können die örtlichen Gewerbeaufsichtsämter die Einhaltung der Schutzmaßnahmen überwachen. Stellen diese bei einem auch unangekündigten Besuch einen Verstoß fest, reichen die Folgen von Verwarnungen über Bußgelder bis hin zu einer Betriebsstillegung im Extremfall. Auf keinen Fall sollten Sie sich als Arbeitnehmer einfach so von der Arbeit entfernen oder unentschuldigt fehlen. Ihr Chef kann Sie abmahnen oder Ihnen im Wiederholungsfall sogar fristlos kündigen. Nur wenn Ihr Vorgesetzter trotz extremer Temperaturen und mehrmaliger Aufforderung nicht für Abkühlung sorgt, können Sie unter Umständen Ihre Arbeitskraft zurückbehalten.

Haben Sie tatsächlich Kreislaufprobleme wegen der Hitze, können Sie sich natürlich wie bei jeder anderen Erkrankung auch arbeitsunfähig krankschreiben lassen. Dann sollten Sie aber auch auf einen Freibadbesuch verzichten. Haben Sie nämlich bei der Krankmeldung geschummelt, drohen Ihnen weitreichende arbeitsrechtliche Konsequenzen.

In der Praxis haben Arbeitgeber aber auch häufig ein Einsehen. Statt exotische Klimageräte wie Wasserschleier oder Luftduschen anzuschaffen, lassen sie Ihre Angestellten auch früher nach Hause gehen. Der Abbau von Gleitzeitguthaben oder Überstunden bietet sich dafür an.

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Tags: Arbeit Sommer

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