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Sparschwein

Wissenswertes zum Garagenflohmarkt

28.06.2017

Rechtsfrage des Tages:

Unsere Kinder haben ihre Kinderzimmer entrümpelt und wollen Spielzeug verkaufen. Können wir mit ihnen einfach so einen Garagenflohmarkt abhalten? Oder brauchen wir eine Genehmigung?

Antwort:

Nach dem großen Aufräumen stellt sich meist die Frage, wohin mit den ganzen Sachen. Vieles ist zu schade für die Mülltonne. Interessierte Käufer zu finden ist aber auch nicht ganz einfach. Ein Garagenflohmarkt bietet Ihnen die Chance, das eine oder andere Stück an den Mann zu bekommen. Und Ihre Kinder können sich vielleicht über einen Zuschuss zum Taschengeld freuen.

Präsentieren Sie Ihre Waren auf Ihrem Privatgrundstück, brauchen Sie keine behördliche Genehmigung. Voraussetzung ist, dass es sich um eine einmalige und rein private Aktion handelt. Den Bürgersteig dürfen Sie hingegen nicht so einfach nutzen. Dieser gehört zum öffentlichen Verkehrsraum. Fragen Sie bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach, ob Sie eine Genehmigung brauchen.

Verzichten Sie auf den Ausschank von Alkohol. Dafür brauchen Sie eine Genehmigung. Und möchten Sie Musik abspielen, können GEMA-Gebühren fällig werden. Sicherer ist es, wenn Sie Ihren Verkaufsstand von Vogelgezwitscher und Kinderlachen untermalen lassen.

Wohnen Sie in einer Mietwohnung, sollten Sie Ihren Vermieter um Erlaubnis bitten. Und informieren Sie die anderen Anwohner, damit diese sich nicht über hohes Kundenaufkommen beschweren. Vielleicht hat auch ein anderer Anwohner Lust, sich der Verkaufsaktion anzuschließen. Aber Achtung! Macht plötzlich die ganze Straße mit, kann wieder eine behördliche Genehmigung nötig sein. Fragen Sie unbedingt nach.

Natürlich sollten Sie für Ihren Flohmarkt die Werbetrommel rühren. In vielen Gemeinden werden vereinzelte Hinweisschilder geduldet. Allerdings sollten Sie nicht die ganze Nachbarschaft zupflastern und später auch die Zettel nach dem Flohmarkt entsorgen. Achten Sie darauf, dass Ihre Werbezettel keine Verkehrsschilder verdecken oder das Straßenbild verunstalten.

Denken Sie bei Ihren Kindern an die Geschäftsfähigkeit. Kinder unter sieben Jahren können nicht wirksam Verträge abschließen. Helfen Sie Ihrem Kind aber auf dem Flohmarkt und schließen faktisch selbst die Kaufverträge ab, dürfte es keine Probleme geben. Verträge von beschränkt geschäftsfähigen Kindern und Jugendlichen bedürfen Ihrer Einwilligung. Diese können Sie beispielsweise durch Ihre Anwesenheit signalisieren.

Hat Ihnen die Aktion Spaß gemacht und war vielleicht sogar lukrativ? Solange Sie als Privatperson handeln, müssen Sie sich um die Steuer keine Gedanken machen. Veranstalten Sie aber künftig regelmäßig ähnliche Verkaufsstände, müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Die Einnahmen müssen Sie als Einkommen versteuern. In vielen Bundesländern sind bis zu drei private Flohmärkte pro Jahr erlaubt. Bauen Sie Ihren Stand häufiger auf, müssen Sie sich daneben auch eine behördliche Genehmigung einholen.

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Tags: Kaufvertrag

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