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Befristeter Arbeitsvertrag

Kann ich Azubis befristet übernehmen?

3.07.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe in meinem Betrieb einen Auszubildenden, der sich sehr gut macht. Wenn er nächstes Jahr seinen Abschluss macht, würde ich ihn gern einstellen. Allerdings würde ich ihm zur Sicherheit zunächst einen befristeten Arbeitsvertrag geben. Welche Möglichkeiten habe ich?

Antwort:

Gute Angestellte sind nicht immer leicht zu finden. Haben Sie einen pfiffigen Azubi, kann die Übernahme nach der Ausbildung für beide Seiten eine gute Lösung sein. Um den neuen Mitarbeiter zunächst im konkreten Arbeitsalltag zu testen, ist die Befristung des neuen Arbeitsvertrags durchaus sinnvoll. Oder Sie müssen zunächst abwarten, ob Ihr Betrieb einen Vollzeitangestellten finanziell trägt. Für die Gestaltung des Arbeitsvertrages haben Sie zwei Möglichkeiten.

Eine Befristung ist ohne Sachgrund möglich, wenn der neue Arbeitnehmer vorher nicht im Betrieb beschäftigt war. Obwohl Ihr Azubi vermutlich mehrere Jahre in Ihrem Betrieb gelernt und damit auch gearbeitet hat, können Sie diese Variante wählen. Eine Ausbildung gilt nämlich nicht als Arbeitsverhältnis im Sinne des § 14 Absatz 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Der Vorteil einer Befristung ohne Sachgrund ist die Möglichkeit der Wiederholung.

Sie können mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen neuen befristeten Arbeitsvertrag mit Ihrem Angestellten abschließen. Und tatsächlich müssen Sie dafür wiederum keinen Sachgrund angeben. Für einen Zeitraum von zwei Jahren können Sie diese Befristung bis zu dreimal verlängern. Unterschreiben Sie danach mit Ihrem Arbeitnehmer einen neuen Arbeitsvertrag, gilt dieser als unbefristet.

Nach § 14 Absatz 1 Nr. 2 TzBfG können Sie aber auch einen Sachgrund angeben. Erfolgt die Anstellung nämlich im Anschluss an die Ausbildung, können Sie dies als Sachgrund wählen. Aber Achtung! Geben Sie einen Sachgrund an, können Sie im Anschluss nicht ohne weiteres eine weitere Befristung vereinbaren. Eine weitere Anstellung würde nicht im Anschluss an die Ausbildung erfolgen, so dass dieser Sachgrund wegfallen würde.

Können Sie einen anderen Sachgrund anführen, dürfen Sie natürlich erneut einen befristeten Arbeitsvertrag abschließen. Ein anderer wirksamer Sachgrund wäre beispielweise, wenn Sie Ihren ehemaligen Azubi als Vertretung eines Kollegen während der zeitlich begrenzten Elternzeit weiterbeschäftigen möchten. Da die Wirkung der beiden Befristungsmöglichkeiten durchaus erhebliche Rechtsfolgen haben können, sollten Sie genau abwägen.

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