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Frühstück

Pflichtangaben in Speisekarten

17.07.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich eröffne demnächst ein Restaurant. Nachdem ich eine Liste mit Speisen und Getränken zusammengestellt habe, möchte ich jetzt die Speisekarte gestalten. Auf was muss ich achten?

Antwort:

Eine Speisekarte zu gestalten ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Sie müssen sich eine ansprechende Optik ausdenken, eine Reihenfolge festlegen und über das Format entscheiden. Weit größere Anforderungen haben Sie jedoch hinsichtlich der gesetzlichen Pflichtangaben zu erfüllen. Vergessen Sie diese, droht Ihnen ein hohes Bußgeld. Lassen Sie absichtlich etwas weg, können Sie sich sogar strafbar machen. Außerdem sollten Sie aus wettbewerbsrechtlichen Gründen schön bei der Wahrheit bleiben.

Nach der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) müssen Sie Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Süßstoffe angeben. In einem Restaurant müssen Sie diese Zusatzstoffe in der Speisekarte gut sichtbar, leicht lesbar und unverwischbar aufführen. Auch wenn Sie eine wechselnde Tageskarte haben, dürfen Sie diese Angaben dort nicht vergessen. Selbst bei einem Frühstücksbüffet müssen Sie eine entsprechend gestaltete Karte auslegen. Die genaue Liste der anzugebenden Zusatzstoffe finden Sie in der ZZulV.

Die Angaben zwingen Sie natürlich auch dazu, sich mit den Inhaltsstoffen Ihrer Speisen und Getränke auseinanderzusetzen. Verzichten dürfen Sie auf die Angabe von Zusatzstoffen, die keine technologische Wirkung mehr entfallten. Stellen Sie beispielsweise einen frischen Obstsalat her und fügen einer großen Schale einige wenige Maraschinokirschen als Dekoration hinzu, müssen Sie die Zusatzstoffe der Kirschen nicht angeben. Ab welcher Menge die Zusatzstoffe der Kirschen allerdings keine technologische Wirkung mehr entfalten, lässt sich nicht pauschal sagen. Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, geben Sie die Zusatzstoffe lieber an. Oder lassen Sie die Kirschen einfach weg.

Damit aber noch nicht genug der Fallstricke. Sie müssen auch Angaben nach dem Gaststättengesetz, Weingesetz, der Preisangaben-Verordnung und dem Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz beachten. Zum Beispiel dürfen Sie nur ein "Wiener Schnitzel" anbieten, wenn es aus Kalbfleisch gemacht wird. Verwenden Sie Schweinefleisch, müssen Sie es in der Speisekarte "Schnitzel Wiener Art" nennen.

Wichtig sind auch die Pflichtangaben aus der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Beispielsweise müssen Sie in der Speiskarte auf Allergene wie Gluten, Eier oder Milch hinweisen. Darauf verzichten dürfen Sie aber, wenn das Allergen bereits im Namen der Speise oder des Getränks erscheint. Bei einem Schnitzel mit Selleriepüree müssen Sie nicht auf das Allergen Sellerie hinweisen.

Wie Sie sehen, müssen Sie Ihre Speisekarten mit größter Sorgfalt gestalten. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei den Veterinärämtern oder Ihren Berufsverbänden.

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Tags: Restaurant

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