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Familie am Strand

Eltern-Kind-Kur: Erholung für die Familie

29.07.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich bin schon seit längerem wegen meiner Erschöpfungszustände in ärztlicher Behandlung. Da nichts richtig hilft, hat mein Arzt mir eine Kur empfohlen. Ich kann aber unmöglich mein Kind so lange allein lassen. Wie kann ich als gesetzlich Versicherte eine Mutter-Kind-Kur beantragen?

Antwort:

Kuren dienen allgemein dazu, die Gesundheit wieder herzustellen oder zu verbessern. Auch die Vorbeugung von Erkrankungen kann ein Grund für eine Kur sein. Seit der Gesundheitsreform gehören zum gesetzlichen Leistungskatalog der Krankenkasse die speziellen Mutter- und Vater-Kind-Kuren. Sie haben die Möglichkeit, gemeinsam mit Ihrem Kind in speziellen Kurkliniken oder Einrichtungen des Müttergenesungswerkes wieder auf die Füße zu kommen.

Eigentlich gilt bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer Kur der Grundsatz, dass ambulante Maßnahmen stationären vorgehen. Bei Eltern-Kind-Kuren ist dies nicht der Fall. Sie müssen also nicht vorher alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft haben, wenn Ihr Ziel mit diesen Maßnahmen nicht zu erreichen ist. Voraussetzung für eine Bewilligung durch die Krankenkasse ist, dass Sie kurbedürftig sind und Ihr Arzt Ihnen eine Kur empfiehlt und dies attestiert. Daneben muss die Versorgung Ihres Kindes zu Hause nicht möglich oder die Trennung von Ihnen für das Kind unzumutbar sein. Eine Eltern-Kind-Kur kommt auch in Betracht, wenn neben dem betroffenen Elternteil auch das Kind kurbedürftig ist.

Geregelt ist die Kur als medizinische Vorsorge in Paragraf 24 Sozialgesetzbuch V (SGB V). Die Vorschrift zur medizinischen Rehabilitation finden Sie in Paragraf 41 SGB V. Sinnvoller Weise sollten Sie Ihren Wunsch mit Ihrem Arzt besprechen. Dieser wird Ihnen helfen, die notwendigen Antragsformulare auszufüllen. Außerdem muss er Ihnen spezielle Attestformulare aushändigen. Mit diesen Unterlagen beantragen sie die Kur bei Ihrer Krankenkasse. Sinnvoll ist es auch, wenn Sie bereits mit dem Antrag eine Selbstauskunft vorlegen. Die Fragebögen erhalten Sie zum Beispiel bei den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände. Diese beraten Sie auch kostenlos und können Ihnen helfen, einen fundierten Antrag zu stellen.

Rechnen Sie damit, dass das Antragsverfahren mehrere Wochen dauern kann. Wird Ihr Antrag abgelehnt, haben Sie die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. In diesem Fall sollten Sie sich beraten lassen. Halten Sie hingegen die Bewilligung in den Händen, kann es losgehen. Übrigens haben Sie ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Kurklinik. Sie können bei der Krankenkasse eine Wunschklinik angeben. Ihre Krankenkasse muss Ihren Wunsch beachten und darf ihn nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen ablehnen. Während des Kuraufenthaltes übernimmt die Krankenkasse sämtliche notwendige Kosten. Sie müssen lediglich eine Zuzahlung von zehn Euro pro Tag leisten. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auf Antrag auch von der Zuzahlung befreit werden. Für Ihr Kind fällt keine Zuzahlung an.

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