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Frau mit Kassenbon

Kassenbon: Aufheben oder wegwerfen?

13.07.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich nehme an der Kasse jedes Mal den Kassenbon mit. Wenn mein Portemonnaie zu voll wird, sortiere ich aus. Kann ich die Kassenzettel einfach wegwerfen? Oder gibt es Gründe, sie aufzuheben?

Antwort:

Kassenzettel gehören zu fast jedem Einkauf dazu. Im Supermarkt, Elektronikmarkt oder Bekleidungsgeschäft: In der Regel verlassen Sie das Geschäft nicht ohne einen oder mehrere Belege in der Hand oder Einkaufstüte. Daneben gibt es auch Branchen, wo Kassenbons eher untypisch sind. Beispielsweise bekommen Sie beim Bäcker nicht immer einen Bon. Und auf dem Wochenmarkt eigentlich nie.

Zu den Rechtsirrtümern gehört es, dass Sie mangelhafte Ware nur mit einem Kassenbon umtauschen können. Funktioniert der Fernseher nicht oder löst sich beim Pullover eine Naht, haben Sie Anspruch auf Nacherfüllung. Sie können also vom Verkäufer den Austausch mit einer mangelfreien Ware verlangen. Oder der Verkäufer bessert den Fehler aus. Der Kassenbon ist keine Anspruchsvoraussetzung für Ihre Gewährleistungsansprüche. Allerdings erleichtert er Ihnen den Beweis, dass Sie den Artikel auch tatsächlich in diesem Laden gekauft haben.

Bei kostspieligen Anschaffungen kann es also sinnvoll sein, den Bon aufzuheben. Zwar können Sie auch beispielsweise durch Zeugen oder die Abbuchung von Ihrem Konto den Kauf nachweisen. Einfacher geht es aber mit dem Kassenzettel. Wichtiger ist der Bon bei einem Umtausch. Im Ladengeschäft ist der Verkäufer nicht verpflichtet, mangelfreie Ware die Ihnen doch nicht gefällt zurückzunehmen. Viele Läden räumen ihren Kunden aber dieses Recht freiwillig ein. Dann sind sie aber auch berechtigt, den Umtausch beispielsweise an die Vorlage des Kassenbons zu koppeln.

Spätestens nach Ablauf der Gewährleistungs- oder Umtauschpflicht können Sie den Kassenbeleg in der Regel entsorgen. Sinnvoll kann es aber auch sein, bei besonders wertvollen Sachen den Bon länger aufzuheben. Im Falle eines Einbruchs in Ihre Wohnung kann der Beleg bei der Versicherung eine Regulierung erleichtern.

In anderen Ländern müssen Sie den Kassenbon übrigens noch aus anderen Gründen aufheben. Zum Beispiel in Österreich und Slowenien gilt die Belegannahmepflicht. Dort kann es Ihnen passieren, dass Sie nach Verlassen des Ladens von der Finanzbehörde nach dem Kassenzettel gefragt werden. Diese Kontrolle dient dazu zu verhindern, dass Geschäfte Einnahmen an der Steuer vorbeischleusen. Durch spezielle Registrierkassen soll Steuersündern im Zusammenspiel mit dem Kassenbon des Kunden auf die Schliche gekommen werden. Je nach Land droht Ihnen teilweise auch als Kunde ein Bußgeld, wenn Sie den Kassenbon nicht mitgenommen haben. 

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Tags: Shopping

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