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Skonto

Skonto: Wie vermeide ich Unklarheiten?

10.07.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich beliefere Firmen mit speziellen Arbeitsmaterialien. In unserer Branche ist es üblich, dem Kunden ein Skonto einzuräumen. Manchmal zahlen die Kunden aber auch nach der Skontofrist und ziehen trotzdem Geld vom Rechnungsbetrag ab. Wie formuliere ich eine Skontovereinbarung richtig?

Antwort:

Für Unternehmen kann es sehr wichtig sein, dass Rechnungen möglichst schnell gezahlt werden. Umgekehrt kann es für Kunden sinnvoll sein, die Zahlungsfrist bis zum letzten Tag auszunutzen. Um die Zahlungswilligkeit zu einem frühen Zeitpunkt zu fördern, können Sie Ihrem Kunden ein Skonto anbieten. Ein Skonto wirkt ähnlich wie ein Rabatt. Allerdings koppeln sie beim Skonto den Abzug an eine frühzeitige Zahlung.

Damit es nicht zu Unklarheiten kommt, sollten Sie auf eine klare Formulierung achten. Zunächst müssen Sie die Höhe des Skontos festlegen. Sie können Ihren Kunden beispielsweise einen Abzug in Höhe von 3% bei frühzeitiger Zahlung gewähren. Ob der Abzug vom Netto- oder Bruttorechnungsbetrag abgezogen wird, ist rechnerisch unerheblich. Ein reduzierter Netto-Betrag führt automatisch zu einer geringeren Mehrwertsteuerzahlung. Umgekehrt reduziert ein Abzug vom Bruttobetrag direkt auch den Nettobetrag.

Besonders wichtig ist es, dass Sie eine klare Frist für Ihr Skonto setzen. Bieten Sie einen Abzug bei Zahlung "binnen einer angemessenen Frist" an, kann die Skontofrist nicht klar definiert werden. Unüblich ist es, die Skontofrist vom Rechnungsdatum abhängig zu machen. Dann könnten Sie durch eine späte Versendung der Rechnung das Skonto quasi ad absurdum führen. Viele Unternehmen lassen daher die Skontofrist ab Zugang der Rechnung beginnen.

Schwierigkeiten könnten Sie leider trotzdem mit dem Fristbeginn haben. Schließlich wissen Sie nicht immer genau, wann die Rechnung bei Ihrem Kunden eingeht. Senden Sie die Rechnung per E-Mail, am besten mit einer Lesebestätigung, ist der Tag des Zugangs klar. Gleiches gilt bei einem Telefax. Bei einem einfachen Brief sollten Sie die übliche Postlaufzeit von drei Tagen ansetzen. Behauptet allerdings Ihr Kunde später, er habe die Rechnung erst fünf Tage später bekommen, werden Sie ihm kaum das Gegenteil beweisen können.

Gesetzliche Vorgaben zur Gestaltung eines Skonto gibt es übrigens nicht. Es handelt sich Ihre Zahlungsbedingungen. Daher sind Sie letztlich auch in der Gestaltung der Vereinbarung frei. Möchten Sie aber tatsächlich eine schnellere Zahlung auf Ihre Rechnung erreichen, ist eine faire und transparente Formulierung wichtig.

Zahlt Ihr Kunde übrigens nach Ablauf der Skontofrist den reduzierten Betrag, ist ein Teil Ihrer Rechnung noch offen. Diesen Teil können Sie nach wie vor von Ihrem Kunden verlangen. Zahlt er nicht binnen der insgesamt gesetzten Zahlungsfrist, kommt er in Verzug. Dann muss er Ihnen unter Umständen auch Verzugszinsen und gegebenenfalls Mahnkosten verlangen.

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