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Gefängnis

Titelmissbrauch: Der falsche Dr.

11.07.2017

Rechtsfrage des Tages:

Wir wollen unserem Freund zum Geburtstag etwas Besonderes schenken. Ich habe im Internet entdeckt, dass wir für kleines Geld einen Doktortitel kaufen können. Darf unser Freund diesen Titel dann auch tatsächlich führen?

Antwort:

Der Doktorwürde zollen auch heute noch viele Leute besonderen Respekt. Als akademischen Grad können Sie den Titel nur durch eine Promotion erlangen. Dafür müssen Sie zunächst eine wissenschaftliche Forschungsarbeit verfassen und diese sodann in einer mündlichen Prüfung oder einer wissenschaftlichen Disputation verteidigen. Haben Sie alle Hürden genommen, dürfen Sie vor Ihrem Namen das Kürzel "Dr." führen. Nutzen Sie diese Abkürzung unbefugt, machen Sie sich wegen Titelmissbrauchs strafbar.

Ein Doktor honoris causa (h.c.) ist hingegen eine Ehrendoktorwürde, die Ihnen von einer Universität oder Fakultät verliehen wird. Sie brauchen dafür nicht einmal Akademiker sein. Voraussetzung ist, dass Sie sich durch besondere akademische oder wissenschaftliche Verdienste hervorgetan haben. Für den Titel können Sie in der Regel nur vorgeschlagen werden. Beantragen können Sie diesen nicht.

Den Ehrendoktortitel dürfen Sie ebenso wie den akademischen Titel im Namen führen. Der kleine, feine Unterschied ist aber das Kürzel "h.c.". Dieses zeigt, dass es sich um einen Ehrentitel und keinen akademischen Grad handelt. Sie müssen diese Abkürzung immer Ihrem "Dr." hintenan stellen. Lassen Sie diesen Zusatz unter den Tisch fallen, machen Sie sich wieder strafbar. Sie verwenden dann nämlich einen akademischen Grad, ohne dazu befugt zu sein.

Letztlich gibt es noch Doktortitel, die Sie beispielsweise im Internet kaufen können. Diese sind aber weder dem akademischen Titel noch dem Ehrendoktor gleichzusetzen. Ein im Internet recht bekanntes Institut aus den USA bietet Doktortitel ab 39 Euro an. Es handelt sich aber nicht um eine Universität, sondern um eine Kirche. Der Titel wird Ihnen gegen Zahlung einer Spende verliehen. Als Party-Gag kann ein solcher Doktor in Ufologie oder Unsterblichkeit sicherlich für viele Lacher sorgen. Benutzen sollte Ihr Freund diesen Titel aber nicht.

Das ein solch gekaufter Titel nicht zum Führen der Bezeichnung "Dr." berechtigt, dürfte klar sein. Aber auch bei Nennung sämtlicher Zusätze wie dem Fachbereich und dem Land sollt Ihr Freund vorsichtig sein. Nach § 132 a Strafgesetzbuch (StGB) macht sich nämlich auch strafbar, wer über einen Titel täuscht. Sieht der "falsche" Titel einem akademischen Grad zum Verwechseln ähnlich, dürfen Sie in nicht offiziell im Namen führen und Verwenden. Andersfalls wird sich der Staatsanwalt bei Ihnen melden.

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