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Gehaltsabrechnung

Verspäteter Lohn: 40 Euro extra!

15.07.2016

Rechtsfrage des Tages:

Mein Chef hat jetzt schon drei Mal unpünktlich mein Gehalt gezahlt. Das ist nicht nur ärgerlich. Da meine Miete und Versicherungen zum Anfang des Monats vom Konto abgebucht werden, rutscht mein Konto immer ins Minus. Kann ich meinem Chef irgendwie Druck machen?

Antwort:

Die meisten Arbeitnehmer sind auf eine pünktliche Lohnzahlung angewiesen. Mit dem monatlichen Gehalt werden laufende Kosten wie die Wohnungsmiete, Strom, Telefon und Versicherungsprämien bezahlt. Diese werden entweder monatlich vom Konto abgebucht oder Sie haben einen Dauerauftrag eingerichtet. Leider kommt es immer wieder vor, dass Gehälter nicht pünktlich gezahlt wurden.

Arbeitnehmer blieb es bisher nur übrig abzuwarten. Oder Sie mussten das Gehalt einklagen, was aber auch seine Zeit gedauert hat. Jetzt hat der Gesetzgeber ein Instrument geschaffen, wodurch Arbeitgeber zur pünktlichen Zahlung von Löhnen und Gehältern angehalten werden sollen. Seit dem 30. Juni können Sie als Arbeitnehmer eine pauschale Verzugsentschädigung in Höhe von 40 Euro von Ihrem Chef verlangen, wenn dieser nicht pünktlich Ihr Gehalt überweist.

Zuvor galt eine Übergangsregelung. Der Anspruch bestand nur für Arbeitsverhältnisse, die nach dem 28.07.2014 begonnen haben. Seit Ende letzten Monats gilt die Regelung für alle Arbeitsverhältnisse. Die neue Bestimmung finden Sie in Paragraf 288 Absatz 5 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Sie gilt auch, wenn Sie auf eine Abschlags- oder Ratenzahlung warten müssen, die verspätet überwiesen wird.

Natürlich ist es schwierig, in einem ansonsten guten Arbeitsverhältnis seinem Arbeitgeber "auf die Füße treten" zu müssen. Wird der Lohn nur einmal verspätet gezahlt, sollten Sie daher vielleicht zunächst das Gespräch mit Ihrem Chef suchen. Gab es nur ein Problem mit der EDV oder einen anderen plausiblen Grund, können Sie auch ein Auge zudrücken. Reißt die verspätete Zahlung hingegen ein, sollten Sie sich nicht scheuen. Fordern Sie die 40 Euro zusätzlich zu Ihrem Gehalt ein. Damit können Sie mögliche Überziehungszinsen auf Ihrem Konto abfedern. Und Ihr Chef wird künftig hoffentlich besser darauf achten, seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachzukommen.

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