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Paketdienst

Wenn das Paket weg ist

7.07.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich hatte mir im Internet einen neuen Rucksack bestellt. Gestern hatte ich eine Benachrichtigung im Briefkasten, dass das Paket im Hausflur vor meiner Tür abgestellt worden sein soll. Da war aber kein Paket. Darf der Paketbote das Päckchen einfach im Treppenhaus abstellen?

Antwort:

Online-Shopping ist bequem und meist erhalten Sie Ihre Ware schnell und unkompliziert per Post zugesandt. Natürlich kann es vorkommen, dass Sie den Paktboten verpassen. In der Regel gibt dieser dann das Päckchen bei einem Nachbarn ab, wiederholt die Zustellung oder deponiert es in einer Filiale. Per Benachrichtigungskarte erfahren Sie dann, wo Sie Ihre ersehnte Sendung abholen können. Leider kommt aber auch immer mal ein Päckchen abhanden.

Die allermeisten Zusteller behalten sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor, Sendungen beim Nachbarn abgeben zu dürfen. Auch wenn die entsprechenden Klauseln nicht immer wirksam sind, praktizieren viele Zusteller diese Methode regelmäßig. Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihren Nachbarn dürfte das für Sie kein Problem sein. Was aber, wenn der Bote das Paket einfach vor der Haustür ablegt und sich Langfinger bedienen?

Grundsätzlich dürfen Zusteller Sendungen nicht einfach im Hausflur, vor der Wohnungstür oder im Garten ablegen. Dies ist nur zulässig, wenn Sie einen sogenannten Garagenvertrag abgeschlossen haben. Sie können nämlich mit einem Lieferdienst vereinbaren, dass Ihre Pakete und Päckchen an einer bestimmten Stelle deponiert werden dürfen. So kann der Paketbote die Sendung beispielsweise in der Garage, auf der Terrasse oder im Gartenhaus abstellen. Haben Sie eine solche Vereinbarung nicht getroffen, darf das Paket nicht einfach irgendwo abgelegt werden.

Tut der Paketbote dies trotzdem und das Päckchen geht abhanden, können Sie Schadensersatz geltend machen. Und der Bote kann sogar selbst zur Kasse gebeten werden. So entschied beispielsweise das Verwaltungsgericht Düsseldorf (Urteil vom 27.05.2010, Aktenzeichen: 10 K 915/10). Ein Kunde hatte einen Zustelldienst auf Schadensersatz in Anspruch genommen, da sein Paket aus dem Hausflur verschwunden war. Das Unternehmen leistete den Schadensersatz, nahm aber seinen Angestellten in Regress. Das Gericht wertete das Ablegen des Paketes im Hausflur ohne konkreten Auftrag als grob fahrlässige Pflichtverletzung des Zustellers. Dieser musste seinem Arbeitgeber den Schadensersatz erstatten.

Sie sollten sich daher an das Transportunternehmen wenden und Schadensersatz geltend machen. Beachten Sie aber, dass die Haftung der Unternehmen in den AGB meist auf 500 Euro begrenzt ist. War der Inhalt des Päckchens wertvoller, bleiben Sie möglicherweise auf einem Teil des Schadens sitzen.

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