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Berlin Reichstag

Bundestagswahl: Erst- und Zweitstimme

23.08.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich werde dieses Jahr das erste Mal wählen gehen. Meine Mutter hat mir erklärt, wie die Wahl funktioniert. Ich habe aber noch nicht ganz verstanden, wofür die Erst- und wofür die Zweitstimme ist.

Antwort:

Am 24.09.2017 findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Sie als Wähler können durch Ihre Stimme mitbestimmen, wer Sie im Bundestag vertreten soll. Auf dem Stimmzettel können Sie zwei Stimmen abgeben. Sinnvoll ist es, sich mit dem Unterschied zwischen der Erst- und Zweitstimme auseinanderzusetzen. So können Sie aufgeklärt Ihre Meinung bilden.

Die Hälfte der Sitze im Bundestag wird über die Erststimme vergeben. Das Bundesgebiet wird zur Wahl in 299 Wahlkreise aufgegliedert, in denen je ein Kandidat pro Partei antritt. Mit Ihrer Erststimme entscheiden Sie sich für einen Kandidaten, der im Fall einer Mehrheit direkt in den Bundestag einziehen wird. Da alle Regionen Deutschlands im Bundestag vertreten sein sollen, sind die Wahlkreise alle etwa gleich groß. Es sollen ungefähr gleich viele wahlberechtigte Bürger in ihnen leben.

Die Verteilung der anderen Hälfte der Sitze im Bundestag bestimmt sich über die Zweitstimme. Mit Ihrer Zweitstimme wählen Sie keine bestimmte Person, sondern entscheiden sich für eine Partei. Wie viele Sitze diese Partei im Bundestag erhält, bestimmt sich nach deren Stimmanteil. Beispielsweise gäbe es für 25% der Stimmen auch 25 Sitze im Bundestag. 

Welcher Politiker nach der Wahl dann tatsächlich über die Zweitstimme in den Bundestag einziehen wird, hängt von der Aufstellung der Partei ab. Vor der Wahl erstellt jede Partei eine Liste von interessierten Parteimitgliedern. Allerdings muss die Partei auch die sogenannte 5%-Hürde nehmen. Sie muss mindestens 5% der Zweistimmen auf sich vereinigen oder in mindestens drei Wahlkreisen gewonnen haben.

Überwindet eine Partei diese Hürde nicht, erhält sie keine Sitze im Bundestag.  Für ein Direktmandat hat dies keine Auswirkungen. Wurde ein Politiker der Partei mit der Erststimme mit Mehrheit gewählt, zieht er direkt in den Bundestag ein. Selbst wenn seine Partei ansonsten nicht vertreten ist.

Übrigens können Sie Ihre Erst- und Zweitstimme völlig unabhängig voneinander abgeben. Gefällt Ihnen ein Politiker der A-Partei in Ihrem Wahlkreis besser, können Sie ihn wählen. Ihre Zweitstimme dürfen Sie trotzdem der B-Partei geben. Und wissen Sie gar nicht, wem Sie den Vorzug geben wollen? Sie können auch nur ein Kreuzchen auf dem Stimmzettel machen. Die nicht abgegebene Stimme gilt dann als ungültig. Die andere wird aber regulär gezählt.

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Tags: Wahl

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