Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Wahlschein

Bundestagswahl: Wer darf Kreuzchen machen?

2.08.2017

Rechtsfrage des Tages:

Demnächst ist ja Bundestagswahl. Mein Sohn fragte mich, wer eigentlich bei uns wählen darf. Ich war mir etwas unsicher wegen des Alters. Außerdem möchte ich wissen, ob ich für die Briefwahl einen Grund angeben muss.

Antwort:

Je näher der 24. September rückt, umso weniger können Sie die anstehende Wahl ignorieren. Wahlplakate sollen künftige Wähler überzeugen und demnächst flattern die Wahlkarten ins Haus. In Deutschland ist jeder deutsche Staatsbürger, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, wahlberechtigt. Weitere Voraussetzung ist, dass er seit mindestens drei Monaten in Deutschland lebt. EU-Bürger haben nur bei den Kommunalwahlen ein Wahlrecht. Bei diesen Wahlen können in einzelnen Bundesländern übrigens bereits 16-Jährige das sogenannte aktive Wahlrecht ausüben.

Auch im Ausland lebende Staatsbürger können sich aktiv an der Wahl beteiligen. Allerdings werden diese nicht automatisch ins Wählerverzeichnis aufgenommen, wenn sie nicht in Deutschland gemeldet sind. Möchten auch diese ihre Stimme abgeben, müssen sie die Teilnahme bei der Gemeinde ihres letzten gemeldeten Wohnsitzes mit einem entsprechenden Formular beantragen. Voraussetzung für ein Wahlrecht ist, dass sie nach ihrem 14. Lebensjahr mindestens drei Monate ununterbrochen in Deutschland gelebt haben. Dieser Zeitraum darf nicht länger als 25 Jahre her sein. Andernfalls müssen sie nachweisen, dass sie von der Politik der Bundesrepublik betroffen und mit dieser vertraut sind. Ein Bespiel könnten Grenzpendler sein, die im Ausland leben, aber in Deutschland arbeiten.

Sind Sie wahlberechtigt, werden Sie demnächst eine Wahlbenachrichtigung in der Post finden. Dort ist der Wahltag, die Uhrzeit und der Ort des Wahllokals vermerkt. Ebenfalls werden Sie informiert, ob Sie den Wahlraum barrierefrei erreichen können. Letztlich erhalten Sie mit dieser Benachrichtigung auch Informationen zur Möglichkeit der Briefwahl.

Die Briefwahl können Sie nämlich ohne besonderen Grund beantragen. Wenden Sie sich an die Gemeinde Ihres Hauptwohnsitzes. Dort erhalten Sie Ihren Wahlschein und alle notwendigen Unterlagen für die Briefwahl. Sie können dort persönlich vorsprechen oder den Wahlschein schriftlich beantragen. Viele Gemeinden bieten mittlerweile auch die Möglichkeit, den Antrag online zu stellen. Oder Sie nutzen Ihre Benachrichtigungskarte. Den Vordruck auf der Rückseite müssen Sie nur ausfüllen und zurücksenden. Mit dem Wahlschein können Sie übrigens auch in einem beliebigen anderen Wahlbezirk wählen.

Permalink

Tags: Wahl

Ähnliche Beiträge:

Berlin Reichstag

Die Aufgaben des Bundestagspräsidenten

25.10.2017

Rechtsfrage des Tages

Seit gestern ist Wolfgang Schäuble der neue Präsident des Bundestages. Doch was genau bringt das Amt eines Bundestagspräsidenten mit sich? Hier erfahren Sie mehr zu seinen Aufgaben.

Reichstag

Bundestagswahl: Wie geht es jetzt weiter?

10.10.2017

Rechtsfrage des Tages

Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ist nun schon wieder mehr als zwei Wochen her. Und die Bildung der Bundesregierung scheint sich schwierig zu gestalten. Was passiert, wenn sich die potentiellen Koalitionspartner nicht einigen können? Hier erfahren Sie mehr.

Selfie mit Smartphone

Selfies in der Wahlkabine

22.09.2017

Rechtsfrage des Tages

Zwei Kreuze, ein Klick und ab mit dem Foto Ihres Wahlscheins ins Internet. Auch vor den Wahlkabinen macht der Trend, sich in allen Lebenslagen zu knipsen, keinen Halt. Bei der Wahl am Sonntag ist dies nun offiziell verboten. Hier erfahren Sie mehr.

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei