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Hochzeit

Die Qual der Wahl: Der Ehename

31.08.2016

Rechtsfrage des Tages:

Mein Freund hat mir einen Heiratsantrag gemacht. Jetzt überlegen wir, welchen Namen wir wählen sollen. Ich trage noch meinen Nachnamen aus erster Ehe. Mein Freund kann seinen Nachnamen nicht leiden, mag aber auch meinen Geburtsnamen nicht. Welche Möglichkeiten haben wir?

Antwort:

Haben Sie sich mit Ihrem Partner entschieden zu heiraten, will vieles geplant werden. Natürlich müssen Sie sich auch überlegen, welchen Namen Sie künftig führen möchten. Heute ist das Namensrecht deutlich liberaler als früher. Und schon länger ist es nicht mehr selbstverständlich, dass die Ehefrau den Namen des Mannes annimmt. Sie haben verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Als erste Variante behalten Sie und Ihr Freund einfach Ihre jetzigen Nachnamen. Sie können auch wieder Ihren Geburtsnamen annehmen und diesen führen. Als zweite Möglichkeit können Sie den Namen Ihres Zukünftigen annehmen oder er Ihren. Dies gilt sowohl für Ihren Geburtsnamen als auch den Nachnamen, den Sie mit der ersten Ehe angenommen haben. Oder Sie können den Namen des Ehegatten als Begleitnamen Ihrem Nachnamen voran stellen oder anfügen.  Letzteres kann aber nur der Ehepartner tun, dessen Name nicht Ehename geworden ist.

Zu kompliziert? Hier ein Bespiel: Sie heißen mit Nachnamen Müller, Ihr Geburtsname lautet Schmidt. Ihr künftiger Ehemann heißt Meyer. Sie haben nun folgende Möglichkeiten:

  • Sie nehmen Ihren Geburtsnamen wieder an und heißen künftig wieder Schmidt. Sie können diesen Namen als gemeinsamen Ehenamen bestimmen oder Ihr Mann heißt weiter Meyer.
  • Sie bestimmen Ihren jetzt geführten Namen Müller als Familiennamen, heißen dann also beide Müller.
  • Sie bestimmen den Namen Ihres Mannes als Ehenamen und heißen beide Meyer.
  • Sie wählen den Namen Ihres Mannes als Ehenamen und entscheiden sich für einen Begleitnamen. Sie können dann entweder Müller-Meyer, Meyer- Müller oder Meyer-Schmidt beziehungsweise Schmidt-Meyer heißen.

Können Sie sich bis zu Ihrer Eheschließung nicht entscheiden, können Sie auch später einen gemeinsamen Ehenamen bestimmen. Bis dahin behalten Sie Ihre Namen, was natürlich auch auf Dauer geht. Eine besondere Frist müssen Sie nicht beachten. Haben Sie sich den für Sie passenden Namen ausgesucht, können Sie diesen beim Standesamt als Ehenamen eintragen lassen.

Aber Achtung! Diese Entscheidung ist unwiderruflich. Sie können also nicht nach einem halben Jahr wieder zum Standsamt gehen und einen neuen Namen begehren. Nur Ihre Entscheidung über einen Begleitnamen können Sie widerrufen. Dies funktioniert aber nur einmal. Und für den Fall einer Scheidung oder wenn ein Ehegatte stirbt, können Sie wieder Ihren ehemaligen Namen annehmen.

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Tags: Ehe

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