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Schufa

Droht ein Schufa-Eintrag?

25.08.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe eine Mahnung von einer Internet-Firma erhalten. Dort habe ich aber nie etwas bestellt. Nach der zweiten Mahnung habe ich schriftlich darum gebeten, die Forderung zu belegen. Außerdem habe ich die Forderung bestritten. Im letzten Schreiben drohte mir die Firma nun mit einem Schufa-Eintrag. Darf die Firma einfach einen Schufa-Eintrag veranlassen, obwohl ich der Forderung widersprochen habe?

Antwort:

Tatsächlich ist es gang und gäbe, dass Firmen nicht erst mit der letzten Mahnung säumigen Zahlern mit einem Eintrag bei der Schufa drohen. Die Schufa ist die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". In der Auskunftei sammelt das Unternehmen Daten von Privatpersonen und Firmen, um Auskunft über deren Bonität liefern zu können. In berechtigten Fällen kann die Schufa einen negativen Eintrag vornehmen.

Jeder dürfte wissen, dass negative Schufa-Einträge die Betroffenen in ihrer finanziellen Handlungsfreiheit deutlich einschränken können. Viele Leute spielen deshalb trotz berechtigter Einwendungen mit dem Gedanken, den Rechnungsbetrag doch lieber zu zahlen. Daher ist es gut zu wissen, in welchen Fällen eine Eintragung bei der Schufa überhaupt erfolgen darf und wann nicht.

Für eine Eintragung muss zunächst eine fällige Leistung nicht erbracht worden sein und die Übermittlung an die Schufa zur Wahrung der berechtigen Interessen des Gläubigers erforderlich sein. Dabei muss zwischen den Interessen des Schuldners und des Gläubigers abgewogen werden.

Außerdem müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel muss der Schuldner mindestens zweimal nach dem ursprünglichen Zahlungstermin gemahnt worden sein. Außerdem müssen seit der ersten Mahnung mindestens vier Wochen verstrichen sein. Bei den letzten beiden Möglichkeiten muss der Schuldner zudem auf die bevorstehende Datenübermittlung an die Schufa und die Möglichkeit, diese durch Bestreiten der Forderung abwenden zu können, informiert werden.

Wie Sie sehen, ist es gar nicht so leicht, offene Forderungen ohne weiteres bei der Schufa eintragen zu lassen. Das wichtigste ist aber: Bestreiten Sie die Forderung, darf die Firma keine Eintragung bei der Schufa vornehmen lassen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Widerspruch nebst Begründung beweissicher bei der fordernden Firma eingeht.  Dies gilt natürlich nicht mehr, wenn ein Gericht die Forderung rechtskräftig zum Beispiel durch ein Urteil festgestellt hat. Möchten Sie sich absichern, können Sie einmalig kostenlos bei der Schufa eine Auskunft über Ihre Einträge anfordern. So können Sie überprüfen, ob unberechtigte Eintragungen vorgenommen wurden und diese gegebenenfalls löschen lassen.

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Tags: Mahnung Schufa

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