Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Katze

Findelkatze: Darf ich sie behalten?

24.08.2016

Rechtsfrage des Tages:

Uns ist eine Katze zugelaufen. Da sie sehr verwahrlost aussah, haben wir sie aufgepäppelt. Jetzt will sie gar nicht mehr fort. Dürfen wir diese Katze einfach behalten oder wie verhalten wir uns richtig?

Antwort:

Katzen gelten als eigenständige und schlaue Haustiere. Trotzdem können sie sich durchaus auch mal verlaufen und nicht wieder nach Hause finden. Manchmal suchen sich Katzen auch ein neues Zuhause und bleiben verschwunden. Zunächst sollten Sie beobachten, ob Ihnen die fremde Katze vielleicht auch nur einen Besuch abstatten will. Sieht die Katze verwahrlost aus oder ist stark abgemagert, kann sie allerdings tatsächlich entlaufen sein.

Haben Sie ein solches "Findelkind" versorgt und vielleicht sogar bei sich aufgenommen, sollten Sie Erkundigungen in der Nachbarschaft einholen. Achten Sie auch auf Aushänge in Supermärkten oder an Straßenlaternen. Manchmal können Sie auch Suchanzeigen in regionale Zeitungen finden. Oder schauen Sie mal im Internet nach. Der Deutsche Tierschutzbund führt beispielsweise das Deutsche Haustierregister. Dort können Tierhalter ihre Haustiere kostenlos registrieren lassen. In einer Vermisstenliste können Sie schnell prüfen, ob die von Ihnen gefundene Katze vielleicht andernorts schmerzlich vermisst wird.

Sinnvoll ist es auch, die Katze bei den örtlichen Tierschutzorganisationen, Tierärzten, der Polizei und Tierheimen zu melden, da diese eventuell eine Vermisstenmeldung vorliegen haben. Einen Tierarztbesuch sollten Sie auch einplanen. Der Arzt kann das Tier nicht nur untersuchen. Er kann auch überprüft, ob die Katze gechipt ist. Über einen Chip könnten sich die Besitzer gut ausfindig machen lassen. Aber beachten Sie folgendes.

Lassen sich die Eigentümer nicht finden und wird in der Nähe auch keine Katze vermisst, dürfen Sie sich aber nicht automatisch über ein neues Familienmitglied freuen. Fundtiere gehören nämlich nicht automatisch dem Finder. Können Sie den Besitzer nicht selbst ermitteln, müssen Sie den Fund bei der Gemeinde anzeigen. Viele Ordnungsämter halten mittlerweile Formulare für die allgemeine Fundtieranzeige im Internet bereit. Melden Sie das Tier nicht, können Sie sich wegen Fundunterschlagung strafbar machen.

Sie sollten sich möglichst schnell an Ihre Gemeinde wenden. Dann werden Tierarztkosten und die Kosten für die Verpflegung für vier bis sechs Wochen von der Gemeinde übernommen. Gehen Sie vor der Meldung bei der Gemeinde zum Tierarzt, bleiben Sie meist auf den Kosten sitzen.  Diese können Sie nur ersetzt verlangen, wenn der Tierarztbesuch aufgrund eines Notfalls unaufschiebbar war.

Haben Sie keine Möglichkeit, die Katze zu beherbergen, kümmert sich die Gemeinde um die Unterbringung des Tieres. Sie sorgt auch für die tierärztliche Versorgung. Sie können das Tier aber auch bei sich aufnehmen und versorgen. Hat sich dann innerhalb der nächsten sechs Monate der Besitzer nicht gemeldet, können Sie die Katze in Ihrer Familie endgültig aufnehmen.

Permalink

Tags: Tiere

Ähnliche Beiträge:

Tauben füttern

Taubenfüttern verboten?

24.05.2019

Rechtsfrage des Tages

Tauben leben in nahezu allen Städten in großen und kleinen Schwärmen. Vogelfreunde lieben es, sie zu füttern. Hier erfahren Sie, ob das Taubenfüttern nicht eigentlich verboten ist.

Tierpension

Haftung in der Tierpension

11.04.2019

Rechtsfrage des Tages

Soll es in den Ferien in den Urlaub gehen? Möchten Sie ohne Hund reisen, können Sie Ihren Liebling in einer Tierpension unterbringen. Was Sie zum Thema Haftung wissen sollten, erfahren Sie hier.

Hund mit Kindern

Vermieter muss Hund erlauben

2.04.2019

Aktuelle Urteile

Kann ein Vermieter keine konkreten Gründe gegen das Halten eines Hundes in einer Mietwohnung vorlegen, muss er seine Zustimmung erteilen. Allgemeine Bedenken sind nicht ausreichend. Das gilt zumindest, wenn die Wohnung groß genug ist und der Hund einer nicht gefährlichen Rasse angehört. So entschied das Amtsgericht München.

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei