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Scheidung zerissenes Foto

Nach der Trennung: Anspruch auf Unterhalt?

3.08.2017

Rechtsfrage des Tages:

Mein Mann und ich haben uns getrennt. Wir wollen uns scheiden lassen. Unter welchen Voraussetzungen habe ich Anspruch auf Unterhalt?

Antwort:

Solange Ehepaare zusammen leben, sind sie sich gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet. Dieser Anspruch muss nicht immer finanziell erfüllt werden. Ist nur ein Partner berufstätig und führt der andere den Haushalt, leistet letzterer seinen Beitrag durch eben diese Haushaltsführung. Leider funktioniert nicht jede Ehe reibungslos. Ist die Liebe erloschen, steht meist unweigerlich eine Trennung ins Haus. Mit dieser Trennung endet auch die Lebensgemeinschaft. Nunmehr geht es nicht mehr um den Familienunterhalt, sondern um den Bedarf der jeweiligen Ehepartner.

Während der Trennungszeit können Sie gegenüber Ihrem Mann einen Unterhaltsanspruch haben. Voraussetzung ist, dass Sie getrennt leben, Sie "bedürftig" im Sinne des Unterhaltsrechtes sind und Ihr Mann entsprechend leistungsfähig ist. Verdienen Sie weniger als Ihr Mann, können Sie von ihm Geld für eine den Lebensverhältnissen während der Ehe angemessenen Lebensführung verlangen. Waren und sind Sie nicht berufstätig, müssen Sie auch zumindest während des ersten Trennungsjahres keine Beschäftigung suchen.

Ihr Mann könnte von Ihnen nur verlangen arbeiten zu gehen, wenn er dies nach Ihren persönlichen Verhältnissen erwarten darf. Besondere Regeln gelten noch, wenn Sie Kinder betreuen. Während der ersten drei Lebensjahre des Kindes bräuchten Sie nicht arbeiten zu gehen.

Haben Sie den Scheidungstermin überstanden und sind rechtskräftig geschieden, spricht das Gesetz nicht mehr von Trennungsunterhalt. Nunmehr könnten Sie einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt haben. Die Regelungen sind jedoch strenger als beim Trennungsunterhalt. Ab jetzt gilt nämlich das Prinzip der Eigenverantwortung. Allerdings sieht das Gesetz auch einige Fälle vor, bei denen Sie Unterhalt beanspruchen können.

In Betracht kommt die Betreuung gemeinsamer Kinder, eine chronische Krankheit oder die Notwendigkeit einer Aus- oder Weiterbildung. Auch wenn Sie schon länger erwerbslos sind, kann dies eine Rolle spielen. Haben Sie aufgrund Ihres Alters oder langjähriger Berufspause nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt, kann Ihnen daraus ein Anspruch auf Unterhalt erwachsen. Allerdings müssen Sie sich nachweislich um eine Anstellung bemühen. Vor Gericht müssten Sie nämlich beweisen können, dass einer der genannten Unterhaltsgründe auf Sie zutrifft. Im Idealfall finden Sie mit Ihrem Mann gemeinsam eine Regelung für die Zeit nach der Scheidung. Vor Gericht müssen Sie nur ziehen, wenn Ihr Ex-Mann seiner Auskunftspflicht nicht nachkommt oder Ihre berechtigte Unterhaltsforderung verweigert.

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