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Pokemon go: Wo darf ich Monster jagen?

19.08.2016

Rechtsfrage des Tages:

Letzte Woche habe ich mir das Spiel Pokemon Go auf mein Smartphone geladen. Jetzt bin ich richtig im Rausch. Im Park wurde ich aber gestern von Spaziergängern böse angeschaut. Gibt es Regeln, wo ich das Spiel nutzen darf?

Antwort:

Die Jagd auf knuddelige Monster beschäftigt derzeit unzählige Menschen. Leute, die auf ihr Smartphone starrend die Straße entlang spazieren, sind keine Seltenheit. Neuerdings bricht der eine oder andere aber auch in ein Freudengeschrei aus, wenn er ein seltenes Pokemon gefangen hat. Die kleinen Monster können sich fast überall verstecken. Dass das Spiel aber nicht jedes Verhalten entschuldigt, dürfte klar sein. Daher beachten Sie folgendeVerhaltensregeln.

Auch wenn im Nachbargarten ein niedliches Pokemon hocken mag, das Grundstück Ihres Nachbarn ist tabu. Sie dürfen den Garten nicht einfach betreten. Auch Ihre Jagd ist keine Rechtfertigung dafür. Sie können sich nicht nur den Ärger Ihres Nachbarn zuziehen, unter Umständen machen Sie sich sogar wegen Hausfriedensbruch strafbar. Aber auch in der Öffentlichkeit müssen Sie darauf achten, ob das Spielen von Pokemon Go eventuell untersagt ist.

In Museen und Krankenhäusern sollte es bereits die Höflichkeit gebieten, andere durch das Spielvergnügen nicht zu belästigen. Achten Sie zudem auf Verbotsschilder und entsprechende Hinweise. Halten Sie sich nicht an die Regeln, können Sie des Hauses verwiesen oder sogar mit einem Hausverbot belegt werden. Der Hausrechtsinhaber darf wie beispielsweise auch in Restaurants oder Cafés das Spiel in seinen Räumlichkeiten untersagen. Und in Schulen gelten ohnehin besondere Regeln für die Handynutzung.

In manchen Städten wurden bereits öffentliche Plätze wie Grünanlagen oder Spielplätze zur "Pokemon-freien" Zone erklärt. Bei Zuwiderhandlungen können Sie teilweise mit einem Bußgeld zur Kasse gebeten werden. Achten Sie auch hier auf Hinweisschilder und Medienberichte. Besondere Vorsicht müssen Sie im Straßenverkehr walten lassen. Beim Autofahren gehören die Hände ans Lenkrad und nicht ans Smartphone. Sowenig Sie beim Autofahren mit Ihrem Mobiltelefon telefonieren dürfen, sowenig dürfen Sie natürlich damit spielen.

Aber auch als Fußgänger dürfen Sie den Blick für die reale Welt nicht verlieren. Verursachen Sie in Ihr Spiel vertieft aus Unachtsamkeit einen Unfall, haften Sie zumindest teilweise für den eingetretenen Schaden. Je nach Umstand kommt sogar eine volle Haftung in Betracht. Und Ihre private Haftpflichtversicherung kann Ihnen sogar grobe Fahrlässigkeit unterstellen und den Versicherungsschutz versagen.

Bei allem Spaß am Spiel sollten Sie daher im öffentlichen Verkehr aufmerksam und rücksichtsvoll sein. Respektieren Sie Verbotsschilder und weniger spielbegeisterte Leute. Dann können Sie vergnügt auf Monsterjagd gehen.

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