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Rasenroboter

Rasenroboter: Dauereinsatz erlaubt?

2.08.2016

Rechtsfrage des Tages:

Wir möchten uns für unseren Garten einen Rasenroboter kaufen. Allerdings habe ich Sorge, dass sich unsere Nachbarn gestört fühlen. Wann und wie lange darf der Roboter im Garten fahren?

Antwort:

Ein typisches Geräusch des Sommers ist das laute Röhren der Rasenmäher. Immer öfter können Sie aber in letzter Zeit automatische kleine Kästen beobachten, die wie von Geisterhand durch Gärten flitzen. Diese Rasenroboter mähen den Rasen im Dauerbetrieb und halten ihn dadurch ständig auf der gewünschten Länge. Obwohl diese Geräte recht leise sind, können sich manche Nachbarn trotzdem sicherlich gestört fühlen.

Tatsächlich musste sich das Amtsgericht Siegburg mit so einem Fall auseinandersetzen (AG Siegburg, Urteil vom 19.02.2015, Aktenzeichen 118 C 97/13). Nachbarn hatten sich über den ständigen Betrieb des Rasenroboters des Nachbarn beschwert und geklagt. Das Gericht ließ im Rahmen der Beweisaufnahme ein Sachverständigengutachten über die Geräuschentwicklung einholen.

Der Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass der Rasenroboter Lärm unterhalb der gesetzlichen Richt- und Grenzwerte verursache. Gerade in reinen Wohngebieten schreibt die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) recht niedrige Grenzwert für zulässige Geräusche vor. Der untersuchte Rasenroboter hielt sich im Rahmen dieser Grenzwerte. Grundsätzlich steht nach dieser Entscheidung dem Einsatz eines Rasenroboters nichts entgegen. Ein paar Dinge müssen Sie aber doch beachten.

Programmieren Sie Ihren neuen Gartenfreund so, dass er nicht während der Ruhezeiten unterwegs ist. Die tägliche Arbeitszeit des Roboters sollte zwischen 7 und 20 Uhr liegen. In der Zeit von 13 bis 15 Uhr sollte eine Mittagspause eingelegt werden, in der der Roboter friedlich in seiner Ladestation schlummert. Und an Sonn- und Feiertagen muss Ihr Rasenroboter auch frei haben. Halten Sie sich an diese zeitlichen Grenzen, wird Ihr Nachbar kaum etwas einwenden können. Vorausgesetz natürlich, dass Ihr Rasenroboter nicht deutlich mehr Lärm erzeugt, als die Richt- und Grenzwerte vorschreiben.

Nur wenn Ihr Nachbar tatsächlich eine wesentliche Belästigung durch das tägliche Rasenmähen nachweisen kann, könnten Sie Ihren Roboter vorzeitig in Rente schicken müssen. Im Fall vor dem Amtsgericht Siegburg war dies den Klägern nicht gelungen. Wie immer in nachbarschaftlichen Angelegenheiten gilt: Um des lieben Friedens willen sollten Sie versuchen, sich mit Ihren Nachbarn abzustimmen. Vielleicht finden Sie gemeinsam Zeitfenster, in denen sich niemand gestört fühlt.

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