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Dachträger

Unfall: Wer haftet für verlorene Ladung?

15.08.2017

Rechtsfrage des Tages:

Vor uns auf der Autobahn fuhr ein Wohnmobil mit einem Fahrradträger. Die montierten Fahrräder wackelten bedenklich hin und her. Wer haftet, wenn ein Fahrrad vom Gepäckträger fällt und ein Unfall passiert?

Antwort:

Möchten Sie im Urlaub nicht auf Ihr Fahrrad verzichten, können Sie es auf verschiedene Weisen mit dem Auto oder Wohnmobil transportieren. Es werden Dachgepäckträger, Kupplungsträger oder Heckträger unterschiedlicher Bauart angeboten. Zudem gibt es Befestigungsmöglichkeiten für einen Transport im Fahrzeug. Zusätzliches Gepäck können Sie zudem in Dachboxen verstauen. Bei allen Arten von Trägern und Boxen ist eine ausreichende Ladungssicherung jedoch unerlässlich.

Achten Sie darauf, die Montageanleitung Ihres Trägers genau einzuhalten. Wichtig ist, dass der Träger fest mit dem Fahrzeug verbunden ist. Aber nicht nur der Träger muss vor einem Absturz gesichert sein. Auch Fahrräder, Dachboxen und Co. müssen so mit dem Träger verbunden sein, dass sie nicht herabstürzen können. § 22 Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt insofern vor, dass Ladung auch bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Lenkbewegungen unter anderem gegen Verrutschen und Herabfallen gesichert sein muss.

Denken Sie an ein möglicherweise geändertes Fahrverhalten Ihres Fahrzeugs. Insbesondere beim Beladen der Dachbox sollten Sie sorgfältig und nur leichte Gegenstände einpacken, damit sich der Schwerpunkt des Autos nicht verschiebt. Als Geschwindigkeitsbeschränkung gelten auch für Fahrzeuge mit Dach- oder Heckgepäckträgern dieselben Regeln wie für unbeladene Fahrzeuge. Allerdings sollten Sie insgesamt langsamer fahren, da zusätzliche Ladung das Fahrverhalten Ihres Autos immer beeinflusst.

Fällt ein Fahrrad vom Träger oder rutscht die Dachbox vom Autodach, haften Sie für die Folgen eines Unfalls. Allerdings kommt auch immer eine Teilschuld anderer Autofahrer in Betracht. Alle Verkehrsteilnehmer müssen nämlich ihre Fahrweise den jeweiligen Gegebenheiten anpassen und mit allen Eventualitäten rechnen. So entschied beispielsweise das Landgericht Coburg (Aktenzeichen 32 S 185/01). Wie in Ihrem Fall konnte von Ihnen erwartet werden, dass Sie einen deutlichen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Wohnmobil einhalten. Außerdem waren Sie vermutlich ohnehin bremsbereit, da Sie die Räder bereits haben wackeln sehen.

Schwierig kann es sein, wenn Sie aufgrund eines Gegenstandes auf der Fahrbahn in einen Unfall verwickelt werden. Denn nicht immer kann die Polizei ermitteln, wer seine Ladung auf der Autobahn verloren hat. Kollidieren Sie beispielsweise mit der Leitplanke, weil Sie einem Maurerkübel ausweichen, werden Sie gegebenenfalls auf Ihre Vollkaskoversicherung zurückgreifen müssen. Es sei denn, Zeugen können angeben, welches Fahrzeug den Kübel verloren hat.

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