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verlorenes Handy

Fundsachen auf der Wiesn

22.09.2016

Rechtsfrage des Tages:

Da ich dieses Jahr auf die Wiesn keine größere Tasche mitnehmen darf, werde ich mein Handy und den Geldbeutel in die Hosentasche stecken. Was aber, wenn ich das Handy verliere? Oder wenn ich zum Beispiel etwas finde? Welche Rechte und Pflichten habe ich dann?

Antwort:

Wie sonst auch im Leben, kann jedem auf dem Oktoberfest mal etwas abhandenkommen. Tatsächlich sammeln sich auf der Wiesn jedes Jahr teilweise kuriose Fundsachen an. Das Repertoire reicht neben den üblichen Handys und Portemonnaies von Lederhosen bis zu Gehhilfen. Rechtlich gelten Sachen als verloren, wenn der Eigentümer die tatsächliche Sachherrschaft darüber verloren hat ohne sie willentlich aufgegeben hat.

Finden Sie beispielsweise einen Schlüsselbund und nehmen diesen an sich, begründen Sie ein gesetzliches Schuldverhältnis zum Eigentümer. Sie müssen ihm die Schlüssel zurückgeben. Natürlich ist es häufig kaum möglich, den Eigentümer auf eigene Faust zu finden. Daher regelt das Bürgerliche Gesetzbuch bei Fundstücken ab einem Wert von zehn Euro eine Anzeigepflicht (Paragraf 965 Bürgerliches Gesetzbuch). Sie müssen diese beim kommunalen Fundbüro oder der öffentlichen Einrichtung, in der Sie sie gefunden haben, abgeben. Dort können Sie auch Ihre Personalien hinterlassen.

Während der Wiesnzeit ist die Sache für sie noch etwas einfacher. Finden Sie ein Handy oder eine teure Dirndlschürze, können Sie diese beim Wiesn-Fundbüro abgeben. Dieses verwahrt die Sachen bis zum Ende des Oktoberfestes. Meldet sich der Eigentümer nicht, geht die Reise ein paar Tage nach der Wiesn weiter in das Hauptfundbüro der Stadt München. Die Mitarbeiter dort werden versuchen, den Eigentümer ausfindig zu machen. Finden Sie hingegen Wertsachen in der Tram oder U-Bahn, ist die Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) Ihr richtiger Ansprechpartner. Sie können sich natürlich auch immer an die Polizei wenden.

Vermissen Sie nach einem Wiesnbesuch Ihr Handy, sollten Sie wie üblich zunächst die SIM-Karte sperren lassen. Fragen Sie beim Wiesn-Fundbüro nach. Vielleicht hat ein ehrlicher Finder es dort abgegeben. Sie haben aber auch die Chance, dass Sie später über Ihren Kartenanbieter benachrichtigt werden. Dann können Sie Ihr Handy beim Hauptfundbüro abholen.

Behalten Sie eine Fundsache einfach, machen Sie sich wegen Unterschlagung strafbar. Möchten Sie die Fundsache unbedingt haben, sollten Sie daher trotzdem den vorgeschriebenen Weg wählen. Wird das Fundstück nicht abgeholt, werden Sie nach Ablauf von sechs Monaten ab der Anzeige bei der Behörde neuer Eigentümer.

Kann der Eigentümer hingegen aufgespürt werden, haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Finderlohn. Übrigens müssen Sie nicht das Eigentum übernehmen. Können Sie mit dem gefundenen Gebiss nichts anfangen, können Sie direkt beim Fundbüro auf das Eigentum verzichten. Oder Sie holen die Fundsache einfach nicht ab. Dann geht das Eigentum auf die Stadt über. Diese vernichtet die Sachen oder versteigert sie.

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