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Tennisplatz

Sportverein: Versicherungsschutz beim Arbeitseinsatz

20.09.2016

Rechtsfrage des Tages:

Demnächst werden wir die Tennisplätze in unserem Verein winterfest machen. Arbeitseinsatz ist gefragt. Was ist eigentlich, wenn ich mich dabei verletzen würde? Würde die gesetzliche Unfallversicherung greifen?

Antwort:

Als Mitglied eines Sportvereins können Sie sportlich aktiv sein und gemeinsam mit Gleichgesinnten Ihrem Lieblingssport nachgehen. Dafür müssen Sie einen Vereinsbeitrag entrichten. Neben dieser Geldzahlung sind die meisten Verein auch auf anderweitige Unterstützung angewiesen. Und so werden Sie auf Ihrer Tennisanlage nicht nur den Schläger schwingen. Ein paar Stunden pro Saison werden Sie sicherlich helfen Unkraut zu jäten, das Vereinsheim zu putzen oder die Plätze für den Winter zu präparieren. Meist ist der vorgeschriebene Arbeitseinsatz in der Satzung festgelegt oder per Beschluss eingeführt worden.

Tatsächlich gilt die gesetzliche Unfallversicherung unter bestimmten Voraussetzungen auch im Bereich von Vereinstätigkeiten. Allerdings ist nicht gleich jedes Mitglied versichert. Die gesetzliche Unfallversicherung gilt automatisch nämlich zunächst nur für Beschäftigte des Vereins. Diese müssen in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, wie dies zum Beispiel bei Angestellten oder Auszubildenden der Fall ist. Versichert sind beispielsweise Trainer, Platzwarte oder auch Lizenzspieler.

Daneben gibt es noch die sogenannten "Wie-Beschäftigten". Hierfür hat die Rechtsprechung verschiedene Kriterien herausgearbeitet, die allesamt erfüllt sein müssen. So müssen Sie eine ernstliche, dem Sportverein dienende Tätigkeit ausüben, die dem Willen des Vereins entspricht. Außerdem muss diese Tätigkeit dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugänglich sein. Im konkreten Einzelfall muss es sich um eine arbeitnehmerähnliche Stellung handeln. Dies ist vor allem ausgeschlossen, wenn Sie Arbeiten aufgrund mitgliedschaftsrechtlicher Verpflichtungen ausführen.

Leisten Sie Ihre Arbeitsstunden also aufgrund der Satzung, eines Vorstandsbeschlusses oder Beschlusses der Mitgliederversammlung, so liegt kein Fall einer "Wie-Beschäftigung" vor.  Gleiches gilt, wenn Sie den Einsatz aufgrund allgemeiner Übung vornehmen oder er dem Umfang entspricht, was üblicherweise von Vereinsmitgliedern erwartet werden kann.  Dann stehen Sie leider nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Unter Umständen können Sie aber Ihre private Unfallversicherung in Anspruch nehmen.

Wichtig! Leisten Sie freiwillig mehr als die laut Satzung geforderten Stunden, kommt ein Versicherungsschutz während der zusätzlichen Zeit in Betracht. Ihre Vereinssatzung schreibt beispielsweise fünfzehn Arbeitsstunden vor. Sie leisten aber freiwillig zwanzig Stunden. Dann kann unter Umständen für die Mehrarbeit die gesetzliche Unfallversicherung greifen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Vorstand. Manche Vereine unterhalten eine Unfallversicherung im Rahmen einer Sportversicherung für ihre Mitglieder, die auch bei Arbeitseinsätzen greift.

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Tags: Sport

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