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Mann mit Uhr

Weniger Pausen, früher Feierabend?

21.09.2017

Rechtsfrage des Tages:

Wer auf der Arbeit viel leisten muss, braucht zwischendurch auch Erholung. Aber nicht jeder hat mittags Lust auf ein ausgiebiges Mittagessen oder eine Auszeit vom Schreibtisch. Wäre es da nicht praktisch, die Pausenzeiten zu sparen und lieber früher Feierabend zu machen?

Antwort:

Die Arbeitszeiten sind in Deutschland seit vielen Jahre im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) geregelt. Es begrenzt die höchstzulässige Arbeitszeit, legt Ruhepausen fest und bestimmt die Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen. Das Gesetz dient der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer.

Tatsächlich haben Sie als Arbeitnehmer nicht nur einen Anspruch auf Pausenzeiten. Vielmehr ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, Ihnen bestimmte Ruhepausen zu gewähren. Länger als sechs Stunden am Stück dürfen Sie nämlich nicht Ihrer Arbeit nachgehen. Nach dieser Zeit steht Ihnen eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten zu. Beträgt Ihre Arbeitszeit mehr als neun Stunden, verlängert sich Ihre Pflichtpause auf 45 Minuten.

Dabei brauchen Sie Ihre Pause nicht im Ganzen zu nehmen. Sie dürfen sie in Zeitabschnitte von jeweils 15 Minuten aufteilen. Neben den Pausen während der Arbeitszeit muss Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen Feierabend und dem nächsten Arbeitsantritt einräumen. In bestimmten Branchen ist eine Verkürzung dieser Zeit bei späterem Ausgleich möglich.

Was nicht geht: durch weniger oder kürzere Pausen den Feierabend früher einläuten. Ihr Chef ist verpflichtet, die über sechs beziehungsweise neun Stunden hinausgehende Arbeitszeit zu dokumentieren. Zudem überwacht eine Aufsichtsbehörde, ob Ihr Arbeitgeber sich an die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes hält. Tut er dies nicht, droht ihm ein saftiges Bußgeld. Im Ernstfall kann er sich sogar strafbar machen. Daher werden Sie keine Chance haben, mit Ihrem Vorgesetzen eine entsprechende Vereinbarung zu treffen.

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Tags: Arbeitszeit

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