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Taxi

Wiesn: Mit dem Taxi nach Hause

20.09.2017

Rechtsfrage des Tages:

Es kann am Bier liegen, am üppigen Essen oder den wilden Karussellfahrten. So manchem Wiesnbesucher geht es nach dem Besuch des Festplatzes schlecht. Insbesondere alkoholisiert sollten Sie auf keinen Fall in Ihr Auto steigen. Was aber, wenn Sie sich im Taxi übergeben müssen?

Antwort:

Für Taxifahrer bedeutet die Wiesnzeit ein einträgliches Geschäft. Doch muss sich ein Fahrgast im Taxi übergeben, stellt sich die Frage nach der Haftung für die Reinigungskosten. Tatsächlich hatte das Amtsgericht München über einen solchen Fall zu entscheiden (Urteil vom 02.09.2010, Aktenzeichen: 271 C 11329/10).

Das Gericht sah die Schuld bei beiden Beteiligten. Der Fahrgast musste dem Fahrer die Reinigungskosten sowie einen Verdienstausfall zur Hälfte ersetzen. Da er angetrunken in das Taxi gestiegen sei, hätte er mit aufkommender Übelkeit rechnen müssen. Der Taxifahrer war aus Sicht des Gerichtes aber auch nicht ganz schuldlos. Im Verfahren hatte sich nämlich herausgestellt, dass der Fahrgast auf seine Übelkeit hingewiesen hatte. Er bat den Taxifahrer, anzuhalten. Obwohl ihm dies möglich gewesen wäre, fuhr er weiter. Da nicht geklärt werden konnte, wie dringlich diese Bitte formuliert wurde, ging das Gericht von einer Haftungsteilung aus.

Diese Entscheidung zeigt mal wieder, dass es auf den Einzelfall ankommt. Nutzen Sie nach dem Oktoberfest ein Taxi und Ihnen wird schlecht, sollten Sie den Fahrer sofort darauf hinweisen. Bestehen Sie darauf, dass er bei nächster Gelegenheit anhält. Tut er dies nicht, kann er auf den Reinigungskosten sitzenbleiben. Umgekehrt haften Sie für die Reinigung, wenn Sie trotz Übelkeit mitfahren und sich ohne Vorwarnung übergeben.

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