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Baggerlärm am Strand

Reisepreisminderung: Wie wird sie berechnet?

21.07.2015

Rechtsfrage des Tages:

Nächste Woche fliegen wir in den Urlaub. Der Prospekt unseres Hotels sah vielversprechend aus. Allerdings hört man ja immer wieder von Leuten, die in ihrem Urlaub unangenehme Überraschungen erlebt haben. Wonach berechnet sich eigentlich eine Reisepreisminderung?

Antwort:

Ist eine gebuchte Pauschalreise mit einem oder mehreren Mängeln behaftet, so kann als Gewährleistungsanspruch eine Reisepreisminderung geltend gemacht werden. Voraussetzung dafür ist aber zum einen, dass es sich nicht nur um eine unerhebliche Unannehmlichkeit handelt, sondern ein erheblicher Mangel vorlag. Wer in südliche Länder reist, muss unter Umständen ein oder zwei Kakerlaken im Hotelzimmer ertragen. Zum anderen muss neben der Einhaltung bestimmter Fristen gleich vor Ort auf eine ausreichende Mangelanzeige und gegebenenfalls eine Chance zur Abhilfe geachtet werden.

Konnte Ihre Reiseleitung dann leider doch nichts für Sie tun und Sie sind nun wenig erholt und missgelaunt wieder zu Hause gelandet, bieten verschiedene Tabellen einen ersten Überblick, ob und welche Ansprüche geltend gemacht werden können. Ein wichtiges Werk ist die sogenannte Frankfurter Tabelle. Diese wurde von der 24. Kammer des Landgerichts Frankfurt am Main entwickelt, da dieses Gericht besonders viel mit Prozessen rund um Reisemängel beschäftigt ist. Grund dafür ist, dass in dessen Bezirk viele große Reiseveranstalter angesiedelt sind. Diese Tabelle fasst Gerichtsurteile zusammen, die zum Thema Reisepreisminderung in der Vergangenheit ergangen sind.

Je nach Art und Intensität des Mangels wird eine bestimmte prozentuale Quote als Minderungswert angegeben. Beachten Sie dabei, dass diese Tabelle kein verbindliches Nachschlagewerk ist. Allerdings orientieren sich viele Gerichte an der Frankfurter Tabelle. Für geplagte Urlauber bietet sie eine sinnvolle Richtschnur im Wirrwarr der Reisemängel. Haben Sie dieser Tabelle eine Minderungsquote entnommen, die für Ihren Fall in Frage kommen könnte, müssen Sie noch prüfen, ob es sich um einen temporären Mangel handelte, der nur wenige Tage andauerte oder ob sich die Beeinträchtigung durch den ganzen Urlaub zog.

Die tatsächliche Höhe der möglichen Minderung wird anhand der Quote aus dem Gesamtpreis der Reise errechnet. Sind nur einzelne Tage betroffen gewesen, funktionierte die Dusche beispielsweise nach drei Tagen wieder einwandfrei oder der Tennisplatz wurde doch wieder geöffnet, wird die Minderung anhand des Tagesreisepreises errechnet. Wie Sie sehen, ist es gar nicht so leicht zu bestimmen, wieviel Geld Sie zurückfordern können. Da es nicht selten zu Streitigkeiten mit dem Reiseveranstalter kommt, kann die Hilfe eines Fachmanns unerlässlich sein. Die Frankfurter Tabelle hilft Ihnen aber dabei, zunächst auszuloten, ob Ihnen der Reiseveranstalter ein faires Angebot gemacht hat oder der Gang zum Anwalt sich lohnen könnte.

Dem Recht auf der Spur ...

Reiserecht
Mehr zu diesem Thema sehen Sie auch in
unserem
Video zum Reiserecht.


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