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Uebertritt

Wohin nach der Grundschule?

18.10.2012

Die Wahl der Schulart 

Fangen wir von vorne an. Die Grundschulzeit beträgt in der Regel vier Jahre. In Berlin und Brandenburg sind es sechs. Spätestens in der letzten Grundschul-Klasse beginnt für viele Kinder und deren Familien schon der „Ernst des Lebens“: wo soll die Schullaufbahn nach der für alle Kinder gemeinsamen Grundschule fortgesetzt werden?

Wer den direkten Weg zum Abitur gehen will, muss danach erst den Übertritt ins Gymnasium schaffen. Da das Schulsystem Ländersache ist, besteht dafür keine einheitliche Regelung.

Elternrecht geht vor Schulrecht

Grundsätzlich ist es Sache der Eltern, die Schullaufbahn und den Bildungsweg des Kindes zu bestimmen. Einschränkungen und Zugangshürden können aber weitreichende Folgen für den künftigen schulischen und beruflichen Werdegang des Schülers haben - wenn dadurch z.B. ein angestrebter Abschluss als Voraussetzung für eine bestimmte Berufsausbildung gefährdet oder sogar unmöglich gemacht wird. Für den weiteren Weg durchs Schulsystem gibt es daher konkrete Regelungen in den Gesetzen der einzelnen Bundesländer.

Die Grundschulen geben den Eltern schriftliche Schulempfehlungen für den Übertritt des Kindes auf die weiterführende Schule. Oft sind gute Noten oder ein bestimmter Notendurchschnitt für die Aufnahme am Gymnasium entscheidend (z.B. in Bayern).

Fehlt es an einer Gymnasialempfehlung, kann das Kind (z.B. in Bayern und Thüringen) nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung doch noch das Gymnasium besuchen. Hat ein z.B. Schüler in Bayern einen Notendurchschnitt von 2,66 oder schlechter, ist ein dreitätiger Probeunterricht mit Prüfungscharakter zu besuchen. Im manchen Bundesländern erfolgt zunächst eine probeweise Aufnahme am Gymnasium. Die Entscheidung über den endgültigen Verbleib wird später getroffen. Anderenfalls müssen sich die Eltern in diesen Bundesländern der Empfehlung der Grundschule beugen. Der Übertritt aufs Gymnasium kann in diesen Ländern aber zu einem späteren Zeitpunkt erneut versucht werden.

In anderen Bundesländern ist die Schullaufbahnempfehlung der Grundschule nicht bindend. Der Elternwille entscheidet (z.B. in Schleswig-Holstein). Wollen Eltern ihr Kind ohne Gymnasialempfehlung am Gymnasium anmelden wird ihnen aber oft nahegelegt, dort ein Beratungsgespräch wahrzunehmen. Die Eltern müssen begründen, warum ihr Kind aufs Gymnasium soll, obwohl die Noten nicht ganz so gut sind.

Manche Bundesländer haben Vergabeverfahren (z.B. Berlin). Über die Wahl der Schule und der Schulform entscheiden die Eltern dann doch nicht allein. Im Vergabeverfahren dürfen mehrere Wunschschulen angegeben werden. Einen Anspruch auf Aufnahme des Kindes dort haben die Eltern aber nicht.

Nur noch in wenigen Bundesländern besteht weiterhin eine Orientierungs- oder Beobachtungsstufe, die sich an die Grundschule anschließt. Ihr ist ausdrücklich die Aufgabe einer intensiveren Klärung, welche Schullaufbahn zu wählen ist, zugewiesen.

Wie kann man sich gegen Empfehlungen oder Zuweisungsentscheidungen wehren?

Ob Eltern gegen den Inhalt einer Empfehlung gerichtlich vorgehen können, wenn diese nicht ihrer Ansicht entspricht, wird unter Juristen nicht ganz einheitlich beurteilt.

Der rechtliche Hintergrund: Nach der wohl überwiegenden Meinung sind Schulempfehlungen keine Verwaltungsakte, da sie nur ein Schritt auf dem Weg zur Aufnahme in die weiterführende Schule sind. Es stehen daher wohl nur die formlosen Rechtsbehelfe zur Verfügung.

Anders aber sieht es bei der Nichtaufnahme von Schülern in eine weiterführende Schule aus. Dies ist definitiv ein Verwaltungsakt, gegen den man mit förmlichen Rechtsbehelfen - also Widerspruch und Klage - vorgehen kann.

Tipp

Bevor jedoch der Weg durch die Instanzen eingeschlagen wird, sollte zunächst das Gespräch mit der Schule gesucht werden.

Mitgehangen, mitgefangen?

Aber auch wenn man sich für eine weiterführende Schule entschieden hat, besteht noch immer die Möglichkeit, die Schulart zu wechseln. Es gibt vielfältige Möglichkeiten des Aufstiegs in eine andere Schulart, so dass die Entscheidung für einen bestimmten Bildungsgang im Anschluss an die Grundschule keineswegs in eine Sackgasse führen muss.

 

Welche Schularten gibt es?

Bildungswege und Schulabschlüsse

Früher war es übersichtlicher. Es gab Gymnasien, Hauptschulen und Realschulen und ein paar Gesamtschulen.

Gymnasien gibt es aktuell in allen Bundesländern. Hauptschulen und Realschulen sind nicht mehr überall zu finden. Diese werden zunehmend durch Schulen ersetzt, in denen Schüler mit verschiedenen Schulempfehlungen zusammen unterrichtet werden. Bezeichnung und Organisationsform sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Es gibt z.B. sogenannte integrierte Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen. Dort findet ein gemeinsames Lernen statt. Im Gegensatz dazu findet bei kooperativen Schulen der Unterricht getrennt nach Schulabschlüssen statt.

Auf Umwegen zum Abitur

Möchtest du dir für die spätere Berufswahl alle Möglichkeiten offen halten? Dann schadet es nicht, nach einem höheren Schulabschluss zu streben.

Vielleicht ist der direkte Weg zum Abi bei dir gerade nicht vorgezeichnet. Das macht nichts. Du kannst dich und deine Eltern mit einem Abiturzeugnis erfreuen, wenn du weißt, wie es geht. Auch wenn du nach der Grundschule nicht das Gymnasium besuchst – es ist in allen Bundesländern möglich, unabhängig von der Wahl der Schulart das Abitur zu schaffen, wenn du ambitioniert und nicht auf den Kopf gefallen bist.

Hochbegabt sind nur etwa 2% der Bevölkerung. Das Abitur oder eine sonstige Hochschulzugangsberechtigung schaffen aber zwischen 35% und 50% der Schüler. Du musst also kein Genie sein.

Turbo-Abi:

Wenn du nach der Grundschulzeit aufs Gymnasium gehst, kannst du am schnellsten zum Abitur kommen.

Alle Bundesländer mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz hatten im Rahmen einer Bildungsreform die Einführung des sogenannten Turbo-Abi beschlossen. Die Schulzeit auf dem Gymnasium bis zum Abitur dauert dabei acht Jahre (G8).

Wer in den neuen Bundesländern und Bayern zur Schule geht, macht dort sein Abitur nach der 12. Klasse. In den neuen Bundesländern dauerte die Zeit am Gymnasium meist auch schon vor der Bildungsreform nur acht Jahre.

Im übrigen Bundesgebiet war vor der Bildungsreform das Abitur nach neun Jahren Gymnasium vorgesehen (G9). Niedersachsen ist nach Einführung des Turbo-Abi (G8) nun wieder zu G9 zurückgekehrt. Rheinland-Pfalz hatte G8 nie eingeführt. Es gab nur einen Modellversuch im Rahmen von Ganztagsschulen. In den anderen Bundesländern stehen meist beide Wege (G8 und G9) zur Wahl. Über die Vor- und Nachteile des Turbo-Abi gibt es heftige Diskussionen. Nicht alle Beteiligten sind glücklich mit G8. Du hast mehr Wochenstunden und weniger Freizeit. Letztlich muss genauso viel Lernstoff in kürzerer Zeit bewältigt werden. Da wünscht sich so mancher die „Schnecken-Variante“ zurück oder entscheidet sich für den etwas längeren Weg.

Bildungsgang Hauptschule:

Da die Bezeichnung der Schulformen in den einzelnen Ländern nicht mehr einheitlich ist, nehmen wir jetzt die einzelnen Bildungsgänge entsprechend der früher üblichen Schulform-Bezeichnungen unter die Lupe.

Was früher Hauptschulabschluss hieß, heißt heute z.B. in Schleswig-Holstein Erster Allgemeinbildender Schulabschluss und in Bayern Erfolgreicher Abschluss Mittelschule. Allgemein spricht man aber immer noch von Schulabschlüssen im Bildungsgang Hauptschule.

Du absolvierst ihn nach der 9. Klasse. Die Zahl der Hauptschulen nimmt ab. In manchen Bundesländern werden nach und nach Hauptschulen in andere Schulformen umgewandelt. In Bayern erfolgt die Umwandlung in Mittelschulen, in Schleswig-Holstein in Regional- oder Gemeinschaftsschulen.

Für den Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Schulabschluss muss in der Regel eine landesweit zentrale Abschlussprüfung gemacht werden.  Manchmal kriegt man ihn automatisch mit der Versetzung in die 10. Klasse, wie z.B. in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Dort musst du aber nach der 10. Klasse eine zentrale Abschlussprüfung machen und erhältst dann entweder den Hauptschulabschluss nach der 10. Klasse oder die Fachoberschulreife.

Mit diesem Abschluss in der Tasche bist du weiterhin schulpflichtig (insgesamt zwölf Jahre lang). Du kannst dir eine Lehrstelle suchen und besuchst gleichzeitig die Berufsschule.

Du kannst den mittleren Schulabschluss (Bildungsgang Realschule) anstreben. An Realschulen oder vergleichbaren Schulen mit gemeinsamem Unterricht musst du dafür ein weiteres Jahr zur Schule gehen. War dein Abschluss im Bildungsgang Hauptschule hierfür nicht gut genug, gibt es die Möglichkeit, auf der Berufsschule einen Abschluss im Bildungsgang Realschule zu machen. Das dauert dann aber ein Jahr länger, also streng dich lieber an!

Im Berufsschulsystem der einzelnen Länder gibt es auch die Möglichkeit, den Abschluss im Bildungsgang Hauptschule nachträglich nachzuholen, wenn es beim ersten Anlauf nicht gereicht hat.

Es gibt ein- oder mehrjährige Programme zur beruflichen Grundbildung oder zur beruflichen Orientierung für Jugendliche ohne Lehrstelle, die weiter zur Schule gehen wollen oder müssen. Dort wirst du auf das Berufsleben vorbereitet. Oft besteht die Möglichkeit, einen (weiteren) Schulabschluss zu machen.

Bildungsgang Realschule:

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es noch die Bezeichnung „Realschulabschluss“. Ansonsten gibt es in den einzelnen Ländern eine Vielzahl von Bezeichnungen für den Mittleren Schulabschluss.

Es muss eine zentrale Prüfung abgelegt werden (Ausnahme: Rheinland-Pfalz) um den Mittleren Schulabschluss zu erhalten. Du erhältst ihn nach Klasse 10, wenn du keine schulischen Umwege gegangen bist.

Einen Mittleren Schulabschluss erhältst du hauptsächlich an der Realschule oder an Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen (oder der entsprechenden Schulform in deinem Bundesland). In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es  die Klassenstufe 10 an der Hauptschule, und man kann dort einen Mittleren Schulabschluss machen. An den Gymnasien aller Bundesländer erwirbst du ihn (teilweise automatisch mit der Versetzung nach der 11. Klasse). Sollten die Widrigkeiten des Lebens dich zwingen,  das Gymnasium dann doch nicht mit dem Abitur in der Tasche zu verlassen, hast du zumindest einen Schulabschluss. Ist die Versetzung in die 11. Klasse knapp gescheitert, sind (z.B. in Bayern) hierfür Nachprüfungen vorgesehen.

Wer nach dem Bildungsgang Hauptschule eine Berufsausbildung beginnt, kann ebenfalls bei entsprechenden Leistungen den Mittleren Schulabschluss bekommen. Es gibt im Rahmen der beruflichen Bildung sowohl Vollzeit- und berufsbegleitende Angebote. Diese sind aber von Bundesland zu Bundesland verschieden. Informiere dich bei Bedarf auf den Internetseiten der Ministerien für Bildung deines Bundeslandes.

 

Zum Mittleren Schulabschluss führen z.B. in Bayern folgende Wege:

-          Bestehen der Abschlussprüfung am Ende der Jahrgangsstufe 10 an der Mittelschule. Wer nicht den auf dem Mittleren Schulabschluss gerichteten „M-Zug“ besucht, kann dort nach dem qualifizierenden Abschluss der Mittelschule nach der 9. Klasse in zwei weiteren Jahren den mittleren Schulabschluss an der Mittelschule erreichen.

-          Durch den Qualifizierenden Beruflichen Bildungsabschluss, nachdem bestimmte Notenvoraussetzungen bei der Berufsausbildung erfüllt werden. Es muss ein Qualifizierter Mittelschulabschluss vorliegen,

-          Über die Berufsschule oder über eine mindestens zweijährige Berufsfachschule,

-          Über die Realschule nach einer zentralen Abschlussprüfung (Realschulabschluss),

-          Am Gymnasium mit der Versetzung in die 11. Klasse oder ggf. mit einer Nachprüfung, wenn die Versetzung knapp verfehlt wurde,

-          An der Wirtschaftsschule (Wirtschaftsschulabschluss),

-          An der Abendrealschule, am Abendgymnasium, der Europäischen Schule, der Fachschule und der Bundeswehrfachschule,

-          Für Berufstätige mit abgeschlossener Berufsausbildung teilweise mit der Meisterprüfung oder bei Bestehen bestimmter Fortbildungsprüfungen.

Wer jetzt anfängt, den Überblick zu verlieren merkt sich einfach Folgendes: es gibt in jedem Bundesland zahlreiche Wege und Umwege zum Mittleren Schulabschluss.

 

Bildungsgang Gymnasium

Manche von euch sind nach der Grundschule gleich aufs Gymnasium gegangen. Wer eine andere Schulform besucht hat, benötigt einen Mittleren Schulabschluss mit Versetzung in die gymnasiale Oberstufe, d.h. mit guten Noten.

Auch ohne Versetzung in die gymnasiale Oberstufe kann das Ziel Abitur erreicht werden. Hier findest du eine Aufzählung der verschiedenen Möglichkeiten am Beispiel Berlin:

-          Berufsausbildung und dann Fachoberschule (FOS) für 1 Jahr bringen dich zur Fachhochschulreife und der anschließende Besuch der Berufsoberschule (BOS) für 1 Jahr zur Allgemeinen Hochschulreife,

-          Mehrjährige Berufsfachschule (BFS) mit Doppelqualifikation Fachhochschulreife für 3 Jahre und dann Berufsoberschule (BOS) für ein Jahr,

-          Berufsausbildung und dann Berufsoberschule für 2 Jahre,

-          Fachoberschule im Praktikantenmodell (FOS2) für 2 Jahre zur Erlangung der Fachhochschulreife und danach die Allgemeine Hochschulreife auf der Fachoberschule 13 (FOS13) für 1 Jahr.

Die Hochschulzugangsberechtigung erwirbst du also nicht nur durch den erfolgreichen Besuch des Gymnasiums. Es gibt auch andere Wege.

Die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) berechtigt dich zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten. Im Gegensatz dazu berechtigt die fachgebundene Hochschulreife nur zum Studium bestimmter Fachrichtungen. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an der Fachhochschule.

Berufliche Gymnasien verhelfen ebenfalls zur allgemeinen Hochschulreife. Sie vermitteln neben allgemeinen Unterrichtsinhalten auch berufsbezogene Inhalte in den jeweiligen Fachrichtungen.

Die Fachoberschule (Jahrgangsstufen 11 und 12) führt zur Fachhochschulreife. Zugangsvoraussetzung ist in vielen Bundesländern wieder ein bestimmter Notendurchschnitt. Verlässt du das Berufliche Gymnasium, das Gymnasium G9 oder die gymnasiale Oberstufe einer anderen Schule nach der 12. Klasse, hast du ebenfalls die Fachhochschulreife.

Hast du dich bis hierhin vorgekämpft, ist der Weg zum Studium frei.

 

Welche Bildungswege und Schulabschlüsse gibt es?

Früher war es übersichtlicher. Es gab Gymnasien, Hauptschulen und Realschulen und ein paar Gesamtschulen.

Gymnasien gibt es aktuell in allen Bundesländern. Hauptschulen und Realschulen sind nicht mehr überall zu finden. Diese werden zunehmend durch Schulen ersetzt, in denen Schüler mit verschiedenen Schulempfehlungen zusammen unterrichtet werden. Bezeichnung und Organisationsform sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Es gibt z.B. sogenannte integrierte Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen. Dort findet ein gemeinsames Lernen statt. Im Gegensatz dazu findet bei kooperativen Schulen der Unterricht getrennt nach Schulabschlüssen statt.

Bildungsgang Hauptschule:

Was früher Hauptschulabschluss hieß, heißt heute z.B. in Schleswig-Holstein Erster Allgemeinbildender Schulabschluss und in Bayern Erfolgreicher Abschluss Mittelschule. Allgemein spricht man aber immer noch von Schulabschlüssen im Bildungsgang Hauptschule.

-          Du absolvierst ihn nach der 9. Klasse. Die Zahl der Hauptschulen nimmt ab. In manchen Bundesländern werden nach und nach Hauptschulen in andere Schulformen umgewandelt. In Bayern erfolgt die Umwandlung in Mittelschulen, in Schleswig-Holstein in Regional- oder Gemeinschaftsschulen.

Für den Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Schulabschluss muss in der Regel eine landesweit zentrale Abschlussprüfung gemacht werden.  Manchmal kriegt man ihn automatisch mit der Versetzung in die 10. Klasse, wie z.B. in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Dort musst du aber nach der 10. Klasse eine zentrale Abschlussprüfung machen und erhältst dann entweder den Hauptschulabschluss nach der 10. Klasse oder die Fachoberschulreife.

Mit diesem Abschluss in der Tasche bist du weiterhin schulpflichtig (insgesamt zwölf Jahre lang). Du kannst dir eine Lehrstelle suchen und besuchst gleichzeitig die Berufsschule.

Du kannst den mittleren Schulabschluss (Bildungsgang Realschule) anstreben. An Realschulen oder vergleichbaren Schulen mit gemeinsamem Unterricht musst du dafür ein weiteres Jahr zur Schule gehen. War dein Abschluss im Bildungsgang Hauptschule hierfür nicht gut genug, gibt es die Möglichkeit, auf der Berufsschule einen Abschluss im Bildungsgang Realschule zu machen. Das dauert dann aber ein Jahr länger, also streng dich lieber an!

Im Berufsschulsystem der einzelnen Länder gibt es auch die Möglichkeit, den Abschluss im Bildungsgang Hauptschule nachträglich nachzuholen, wenn es beim ersten Anlauf nicht gereicht hat.

Es gibt ein- oder mehrjährige Programme zur beruflichen Grundbildung oder zur beruflichen Orientierung für Jugendliche ohne Lehrstelle, die weiter zur Schule gehen wollen oder müssen. Dort wirst du auf das Berufsleben vorbereitet. Oft besteht die Möglichkeit, einen (weiteren) Schulabschluss zu machen.

Bildungsgang Realschule:

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es noch die Bezeichnung „Realschulabschluss“. Ansonsten gibt es in den einzelnen Ländern eine Vielzahl von Bezeichnungen für den Mittleren Schulabschluss.

Es muss eine zentrale Prüfung abgelegt werden (Ausnahme: Rheinland-Pfalz) um den Mittleren Schulabschluss zu erhalten. Du erhältst ihn nach Klasse 10, wenn du keine schulischen Umwege gegangen bist.

Einen Mittleren Schulabschluss erhältst du hauptsächlich an der Realschule oder an Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen (oder der entsprechenden Schulform in deinem Bundesland). In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es  die Klassenstufe 10 an der Hauptschule, und man kann dort einen Mittleren Schulabschluss machen. An den Gymnasien aller Bundesländer erwirbst du ihn (teilweise automatisch mit der Versetzung nach der 11. Klasse). Sollten die Widrigkeiten des Lebens dich zwingen,  das Gymnasium dann doch nicht mit dem Abitur in der Tasche zu verlassen, hast du zumindest einen Schulabschluss. Ist die Versetzung in die 11. Klasse knapp gescheitert, sind (z.B. in Bayern) hierfür Nachprüfungen vorgesehen.

Wer nach dem Bildungsgang Hauptschule eine Berufsausbildung beginnt, kann ebenfalls bei entsprechenden Leistungen den Mittleren Schulabschluss bekommen. Es gibt im Rahmen der beruflichen Bildung sowohl Vollzeit- und berufsbegleitende Angebote. Diese sind aber von Bundesland zu Bundesland verschieden. Informiere dich bei Bedarf auf den Internetseiten der Ministerien für Bildung deines Bundeslandes.

 

Zum Mittleren Schulabschluss führen z.B. in Bayern folgende Wege:

-          Bestehen der Abschlussprüfung am Ende der Jahrgangsstufe 10 an der Mittelschule. Wer nicht den auf dem Mittleren Schulabschluss gerichteten „M-Zug“ besucht, kann dort nach dem qualifizierenden Abschluss der Mittelschule nach der 9. Klasse in zwei weiteren Jahren den mittleren Schulabschluss an der Mittelschule erreichen.

-          Durch den Qualifizierenden Beruflichen Bildungsabschluss, nachdem bestimmte Notenvoraussetzungen bei der Berufsausbildung erfüllt werden. Es muss ein Qualifizierter Mittelschulabschluss vorliegen,

-          Über die Berufsschule oder über eine mindestens zweijährige Berufsfachschule,

-          Über die Realschule nach einer zentralen Abschlussprüfung (Realschulabschluss),

-          Am Gymnasium mit der Versetzung in die 11. Klasse oder ggf. mit einer Nachprüfung, wenn die Versetzung knapp verfehlt wurde,

-          An der Wirtschaftsschule (Wirtschaftsschulabschluss),

-          An der Abendrealschule, am Abendgymnasium, der Europäischen Schule, der Fachschule und der Bundeswehrfachschule,

-          Für Berufstätige mit abgeschlossener Berufsausbildung teilweise mit der Meisterprüfung oder bei Bestehen bestimmter Fortbildungsprüfungen.

Wer jetzt anfängt, den Überblick zu verlieren merkt sich einfach Folgendes: es gibt in jedem Bundesland zahlreiche Wege und Umwege zum Mittleren Schulabschluss.

 

Bildungsgang Gymnasium

Manche von euch sind nach der Grundschule gleich aufs Gymnasium gegangen. Wer eine andere Schulform besucht hat, benötigt einen Mittleren Schulabschluss mit Versetzung in die gymnasiale Oberstufe, d.h. mit guten Noten.

Auch ohne Versetzung in die gymnasiale Oberstufe kann das Ziel Abitur erreicht werden. Hier findest du eine Aufzählung der verschiedenen Möglichkeiten am Beispiel Berlin:

-          Berufsausbildung und dann Fachoberschule (FOS) für 1 Jahr bringen dich zur Fachhochschulreife und der anschließende Besuch der Berufsoberschule (BOS) für 1 Jahr zur Allgemeinen Hochschulreife,

-          Mehrjährige Berufsfachschule (BFS) mit Doppelqualifikation Fachhochschulreife für 3 Jahre und dann Berufsoberschule (BOS) für ein Jahr,

-          Berufsausbildung und dann Berufsoberschule für 2 Jahre,

-          Fachoberschule im Praktikantenmodell (FOS2) für 2 Jahre zur Erlangung der Fachhochschulreife und danach die Allgemeine Hochschulreife auf der Fachoberschule 13 (FOS13) für 1 Jahr.

Die Hochschulzugangsberechtigung erwirbst du also nicht nur durch den erfolgreichen Besuch des Gymnasiums. Es gibt auch andere Wege.

Die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) berechtigt dich zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten. Im Gegensatz dazu berechtigt die fachgebundene Hochschulreife nur zum Studium bestimmter Fachrichtungen. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an der Fachhochschule.

Berufliche Gymnasien verhelfen ebenfalls zur allgemeinen Hochschulreife. Sie vermitteln neben allgemeinen Unterrichtsinhalten auch berufsbezogene Inhalte in den jeweiligen Fachrichtungen.

Die Fachoberschule (Jahrgangsstufen 11 und 12) führt zur Fachhochschulreife. Zugangsvoraussetzung ist in vielen Bundesländern wieder ein bestimmter Notendurchschnitt. Verlässt du das Berufliche Gymnasium, das Gymnasium G9 oder die gymnasiale Oberstufe einer anderen Schule nach der 12. Klasse, hast du ebenfalls die Fachhochschulreife.

Hast du dich bis hierhin vorgekämpft, ist der Weg zum Studium frei.

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