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Gewaltbereit

Gewalt an Schulen

13.10.2016

... Gewalt ist keine Lösung, sie ist das Problem!

Kleinere Rangeleien unter Kindern gibt es schon seit eh und je und sie gehören bis zu einem gewissen Maße auch einfach dazu. Von einer kleinen Rauferei auf dem Schulhof geht schließlich die Welt nicht unter. Wichtig ist es aber, die Grenzen zu erkennen, wann aus einer harmlosen Rauferei eine ernsthafte Körperverletzung wird.

Gewalt in der Schule

Leider führen immer öfter eigentlich harmlose Streitereien und Provokationen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen es nicht selten auch zu Verletzungen kommt. So kommt es beispielsweise zu "Spaßkämpfen", verbalen Aggressionen, Vandalismus, Gewalt gegen Lehrer oder rabiaten Prügeleien. Sogar Erpressungen oder Bedrohungen mit Waffen treten vereinzelt auf.

Nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum in der achten Jahrgangsstufe im Jahr 2004 hat jeder fünfte Hauptschüler schon mal einen anderen Jugendlichen so brutal verprügelt, dass dieser äzrtlich behandelt werden musste. Einer Studie in Mecklenburg-Vorpommern zufolge nimmt jeder achte Schüler eine nach dem Waffengesetz verbotene Waffe oder andere gefährliche Gegenstände mit in die Schule. Zwar darfst du z.B. Tränengas- oder Pfefferspray dabei haben, aber der Umgang damit ist ausschließlich zu Selbstverteidigungszwecken erlaubt.

Verhaltensregeln

Gibt es an deiner Schule Gewalt oder bist du selbst Opfer von Gewalttätigkeiten geworden, solltest du die Vorfälle unbedingt anzeigen. Wende dich an den Lehrer, den Vertrauenslehrer, die Eltern oder die Schulleitung. Schildere deine Situation und bitte um Hilfe. Wenn das alles nichts nutzt: schalte die Polizei ein. Lass dich nicht abhalten von Sprüchen wie: "So schlimm ist das nicht" oder "Schlag beim nächsten mal zurück". Denn Gewalt mit Gewalt zu beantworten, ist so eine Sache und in den allermeistern Fällen nicht . Man handelt nicht rechtswidrig, wenn man sich aus Notwehr verteidigt oder jemand anderem Nothilfe leistet. Hilfst du beispielsweise deinem Freund, der von einem Möchtegern-Rambo verprügelt wird, ist das Nothilfe und somit völlig in Ordnung.

Beachten musst du allerdings, dass Notwehr nur bei einem gegenwärtigen, also gerade stattfindenden Angriff zulässig ist. Daher ist es nicht erlaubt, jemanden nachträglich oder vorsorglich zu schlagen, nur weil er so aussieht, als ob er einmal angreifen wollte. Dies wäre keine gerechtfertigte Notwehr.

Tipp

Bist du in einer Notwehr-Situation, kannst du dich grundsätzlich mit allen Mitteln verteidigen, die dir zur Verfügung stehen. Übertreiben solltest du aber nicht. Wenn der kleine Nachbarsjunge mit Erbsen schießt, sollte nicht Vaters Jagdflinte zum Einsatz kommen. Dies wäre unverhältnismäßig.

Von den rechtlichen Problemen einmal abgesehen sollte außerdem unbedingt der Auslöser des Konflikts beseitigt werden, um weitere Auseinandersetzungen zukünftig zu vermeiden.

Praxistipps für brenzlige Situationen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um auf schwierige Situationen zu reagieren. Zuschlagen ist meistens die schlechteste Lösung und macht keinen Sinn, weil der Gegner entweder kräftemäßig im Vorteil ist oder es sich um mehrere Angreifer handelt.

Was du tun kannst ...

  • Siehst du dich mit einer ganzen Horde von Angreifern konfrontiert, ist es oft besser einfach weg zulaufen.
  • Bleib ruhig. Versuche keine hektischen Bewegungen zu machen, denn dadurch könnten sich die Angreifer herausgefordert und provoziert fühlen.
  • Ist es nicht möglich wegzulaufen, sprich mit den Angreifern. Hierbei solltest du aber nicht aggressiv werden, drohen oder beleidigen. Oft hilft es, wenn die Angreifer in ein Gespräch verwickelt werden. So kannst du beispielsweise fragen, was sie von dir wollen und warum.
  • Gib dich selbstbewusst! Ergreife die Initiative und zeige deutlich, dass du keine Angst hast. Opferverhalten treibt die Angreifer noch mehr an.
  • Tue, was die Angreifer verlangen! Es ist allemal besser, ihnen das Handy zu überlassen als eine Schlägerei zu riskieren.
  • Such dir Freunde und Verbündete. Bitte Mitschüler oder Passanten um Hilfe und mache sie auf die Situation aufmerksam. Sprich diese Personen gezielt an.
  • Vermeide einsame Schulwege. Gehe mit anderen Schülern zusammen zur Schule.
  • Sammle Beweise gegen den oder die Angreifer. Dokumentiere jeden Vorfall mit Datum, Uhrzeit und Beteiligten.
  • Zeige solche Vorfälle bei Lehrer, Eltern, Schulleitung und / oder Polizei an und bitte um Hilfe.
  • Wende dich an das Jugendrechtshaus in deiner Stadt.

Tipp

Versuche die Angreifer nicht körperlich zu berühren. Das wird oft als Provokation und Aufforderung zum Raufen verstanden!

In vielen Bundesländern gibt es an Schulen ein so genanntes Streitschlichtungsprogramm oder die sogenannte Peer-Mediation. Der Sinn eines solchen Programms besteht darin, die Streithähne zu trennen und den Streit so beizulegen, dass beide Parteien als Sieger aus der Sache rausgehen.

Mehr Informationen zum Thema Gewalt in der Schule und weiterführende Links erhältst du hier. Anschauliches Material und Tipps bekommst du hier.

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