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Streitschlichter

Streitschlichtung Schule

13.10.2016

... oder die Kunst den Streit zu schlichten

Mediation oder Schlichtung ist heute in aller Munde. Aber weißt du konkret was sich dahinter verbirgt? Letztlich egal, das Ergebnis soll stimmen. Der Streit soll bereinigt werden. Hierbei hilft die Mediation oder Schlichtung.

Schlichtung oder Mediation

Mediation, lat. Vermittlung, ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung oder Vermeidung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien, die Medianden, wollen mit Unterstützung einer dritten unparteiischen Person, dem Mediator, zu einer einvernehmlichen Lösung des Konfliktes, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht, kommen.

Das Programm zur Streitschlichtung kommt aus den USA. Die Mediatoren unterstützen die Streitenden mit Hilfe von bestimmten Techniken und Instrumenten bei ihrem Klärungs- oder Versöhnungsprozess.

Streitschlichtung trägt daher zu einem positiven Schulklima bei. Schüler müssen nicht mehr bei den Lehrern petzen und jüngere Schüler erhalten durch die Schlichter Schutz und Hilfe.

Ziel ist es, Schüler dazu zu bringen, ihre Streitigkeiten ohne den Einsatz von Gewalt zu lösen. Streitschlichter werden in einem speziellen Workshop geschult, wie sie mit den Streitparteien umgehen. Dabei werden meist Schüler ausgewählt, die beliebt und schon als Klassensprecher oder Schulsprecher bekannt sind.
Schüler machen so die Erfahrung, dass Konflikte auch ohne körperliche Gewalt gelöst werden können und Gespräche etwas bewirken. Mit der Streitschlichtung können sich die Parteien ohne Angst begegnen.

Schulmediation oder Peer-Mediation

Die Peer-Mediation ist eine pädagogische Methode, um Konflikte zwischen gleichaltrigen aufzuarbeiten und zu lösen. Das Wort peer kommt hierbei aus dem Englischen und bedeutet gleichaltrig, ebenbürtig oder gleichrangig. Bei der Peer-Mediation geht man davon aus, dass Gleichaltrige häufiger und unkomplizierter miteinander ins Gespräch kommen und mehr Verständnis und Wissen um die typischen Konflikte innerhalb ihrer Altersgruppe haben. Bekannt ist die Methode auch unter dem Namen Streitschlichtung. Hierbei kommt aber nicht zum Ausdruck, dass Schüler die Konflikte selber lösen.

Ziele

Konkrete Ziele der Schulmediation sind u.a.

  • die Toleranz und Konfliktfähigkeit zu fördern,
  • das soziale Klima an einer Schule zu verbessern,
  • Jugendlichen mehr Eigenverantwortung zu übertragen,
  • die Haltung gegenüber Konflikten positiv zu verändern Gewalt vorzubeugen,
  • die Lehrkräfte von Alltagskonflikten der Schüler zu entlasten,
  • die Entwicklung eines Rechtsbewusstseins,
  • Schülern durch die Ausbildung zum Streitschlichter soziale Kompetenzen zu vermitteln und
  • Demokratie zu lernen.

Vorbereitung

Um eine Schulmediation an einer Schule durchzuführen, müssen vorher einige Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet werden. Dies erfolgt auf freiwilliger Basis. Bevor Schüler zu Streitschlichtern werden und bevor sie tätig werden, müssen zumindest einige Lehrer einen Kurs in Schulmediation bzw. Streitschlichtung absolviert haben. Sie haben dann die Aufgabe, die entsprechenden Schüler zu Schlichtern auszubilden und diese ständig zu betreuen. Ihnen obliegt auch die Koordinierung der Streitschlichtung.

Handelt es sich um einen schwierigen Fall oder sind die Konfliktparteien ältere Schüler, müssen die Lehrer-Streitschlichter einspringen oder sie bilden zusammen mit Schlichter-Schülern eine gemischte Lehrer-Schüler-Streitschlichtergruppe.

Persönliche Voraussetzungen

Obwohl die Peer-Mediation ein leicht handhabbares und leicht erlernbares Konfliktbearbeitungsmodell ist, verfügt nicht jeder Schüler von Anfang an über die Voraussetzungen, die einen guten Streitschlichter ausmachen. Die Voraussetzungen, um ein erfolgreicher Peer-Mediator zu sein, sind:

  • die Fähigkeit, das Vertrauen der Parteien in ein faires Mediationsverfahren aufzubauen,
  • die Kompetenz, Probleme bewältigen zu können,
  • die Freude am Umgang mit Menschen,
  • das sichere Auftreten sowie
  • das methodische Wissen.


In Streitschlichterprogrammen werden dann die künftigen Mediatoren geschult um die für die Streitschlichtung wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten, u.a. aktives Zuhören zu erwerben. Bei der Ausbildung wird hierbei der Prozess der Konfliktlösung und Schlichtung immer wieder - vor allem bei jüngeren Schülern - in Rollenspielen oder an Hand kontroverser Themen oder Fallbeispielen geübt.

Mediationsprojekte

Als eines der ersten Bundesländer, hat Hessen ein Schulmediationsprojekt mit dem Titel "Mediation und Schulprogramm" eingeführt. Es wird inzwischen an über 130 Schulen nach einheitlichen Standards praktiziert.

Mehr Informationen zum Thema Schulmediation bekommst du hier.

Konkreter Ablauf

Vor der Mediation

Entsteht ein Streit, kannst du dich bei den Mediatoren melden, ohne dass gleich Lehrer oder Eltern eingeschaltet werden. Die Streitschlichter arrangieren dann einen Termin, an dem der Streit durch Gespräche und nicht mit Gewalt geklärt werden soll. Der Sinn der Streitschlichtung liegt darin, dass beide Streitparteien als Sieger hervorgehen sollen.

Während der Mediation

Im Rahmen des Gesprächs wird dann die Sachlage geschildert. Jeder kann dann seinen Standpunkt klar darstellen. Gemeinsam wird dann nach einer Lösung gesucht, die alle Betroffenen zufrieden stellt und keinen benachteiligt. Die zusammen erarbeitete Lösung des Konfliktes wird im Allgemeinen in einer Art Vertrag festgehalten.

Tipp

Für Schulen empfiehlt sich in jedem Fall die Einführung eines Mediations- Programms. Dies muss nicht unbedingt zusätzliche Arbeit für die Lehrer bedeuten: Schließlich ist der Sinn der Sache, dass Schüler ihre Probleme untereinander gewaltfrei und vernünftig lösen. Es gibt mittlerweile auch Organisationen, die mit Tipps, Literatur oder Seminaren weiterhelfen können Informationen dazu gibt es beim Bundesverband der Mediation e.V.

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