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Plagiat

Plagiat Schule

13.10.2016

... von Halbsatzpanschern und Wortverdrehern

Fast jeder erlebt es mal im Laufe seiner Schulkarriere: Eine Hausarbeit oder ein Referat stehen an, der Abgabetermin rückt immer näher und man hat noch nicht einmal angefangen, etwas dafür zu tun!?

Mit Hilfe des Internet können sich Schüler schier endlose Informationen aus dem Netz holen und diese in ihrer Arbeit verarbeiten. Dabei ist die Versuchung natürlich groß, das World Wide Web nicht nur zur Informationssuche zu nutzen, sondern den ein oder anderen Satz bzw. ganze Passagen aus veröffentlichten Werken anderer Autoren ohne Zitation und Quellenangabe einfach abzukupfern!

Doch Vorsicht: Plagiatieren wird nicht als Kavaliersdelikt angesehen, wie es viele Schüler glauben!


Plagiate... oder die Kunst abzukupfern

Viele Schüler sehen sich tagtäglich damit konfrontiert, Referate oder Hausarbeiten erarbeiten zu müssen. Oft bleibt nicht genügend Zeit. Anstatt in Panik auszubrechen, solltest du dich dann in solchen Situationen auf den Hosenboden setzen, Bücher und Fachliteratur wälzen!

Die verbreitete Unsitte, einfach vorhandene Referate oder Hausarbeiten abzuschreiben und als eigene Arbeit auszugeben, hat durch verschiedene Webseiten im Internet Überhand genommen. So sind im World Wide Web Archive mit Arbeiten zu fast jedem beliebigen Thema zu finden, meist sogar kostenlos und übersichtlich nach Fachbereichen sortiert. Da ist die Versuchung verständlicherweise groß, sich mit fremden Federn zu schmücken!

Tipp

Vorsicht: Hinter vielen harmlos klingenden Websites verbergen sich teure Einwahldialer... mal schnell ein Referat runtergeladen und schon flattert eine saftige Rechnung ins Haus!

Kostenpflichtige Dialer müssen gesetzlich zwingend die einheitliche Vorwahl 0900-9 benutzen und lassen sich so leicht erkennen. Wenn du möchtest, kannst du deinen Telefonanschluss gegen Dialer und 0900-Nummern sperren lassen, um dich vor unerwünschten Überraschungen zu schützen!

Zugegebenermaßen ist es sehr leicht, einfach Inhalte aus dem Internet zu kopieren und in ein Textverarbeitungsprogramm einzufügen. Aber es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass das ungenierte Übernehmen von Inhalten ein tolerierbares Kavaliersdelikt ist! Natürlich gilt das auch für Bücher, wissenschaftliche und andere Zeitschriften, Zeitungen und alle anderen Druckerzeugnisse!

Grundsätzlich ist es erlaubt, die gefundenen oder vorhandenen Informationen als Anregung zu verwerten. Verboten ist es aber, die Informationen einfach zu kopieren. Dies gilt für ganze Arbeiten, einzelne Seiten oder auch nur für Textpassagen. Denn du verstößt damit gegen das Urheberrecht und kreierst ein Plagiat.

Ebenso naiv wäre es, darauf zu hoffen, dass dein korrigierender Lehrer den kopierten Inhalt nicht findet. Lehrer sind schließlich nicht von gestern und kennen selbstverständlich auch die Tricks und Quellen im Internet.


Plagiat

Der Begriff Plagiat kommt von dem lateinischen plagium, was so viel wie Menschenraub bedeutet. Ein Plagiat ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Es ist strafbar und verpflichtet den Plagiator zum Schadenersatz. Kurz gesagt begehst du einen Diebstahl geistigen Eigentums, wenn du ein Werk unrechtmäßig nachahmst oder veröffentlichst, das nicht von dir ist.

Das Plagiat ist nicht zu verwechseln mit dem Zitat, das zumindest im wissenschaftlichen Bereich durch Quellenangaben auf den Urheber verweist und in aller Regel von nur begrenztem Umfang ist. Zur Abgrenzung sagt das Urheberrecht: "Die freie Benutzung eines urheberrechtlich geschützten Werkes ist zulässig, um ein neues selbständiges Werk hervorzubringen. Das neue Werk muss aber selbst alle Voraussetzungen eines geistigen Werkes aufweisen und die schöpferische Leistung des benutzten Werks zu einem gewissen Maße verdrängen."

In der Wissenschaft wird, anders als in der Literatur, bereits die Paraphrasierung eines Textes oder die nicht gekennzeichnete Übernahme einer Argumentation ohne Quellenangabe als Plagiat verstanden.

Hier informiert das Bundesministerium der Justiz zum Thema Urheberrecht und verwandte Schutzrechte.

Typische Kennzeichen eines Plagiats

Anhand folgender Punkte vermuten Lehrer ein Plagiat und kommen dir leicht auf die Spur:

  • Stilwechsel: Auffällig ist, wenn ein Teil der schriftlichen Ausführung grammatikalisch fehlerfrei ist, andere Teile hingegen nicht. Kopierte Textteile lassen sich im Übrigen leicht durch eine Suchmaschine finden!
  • Außergewöhnliche Begriffe und Wendungen
  • Formatierungswechsel:
    Du wirst leicht überführt, wenn du unterschiedliche Überschriftenarten einsetzt, du die Schrift innerhalb deines Textes variierst oder unterschiedliche Zeilenlängen und -abstände verwendest. Der Betrug ist sofort erkennbar, wenn du unterstrichene Wörter, die vorher im Internet ein Hyperlink waren, im Text unverändert stehen lässt.
  • Seltsame oder sich wiederholende Rechtschreib- und Grammatikfehler: so kann ein falsch geschriebener Eigenname ein Hinweis dafür sein, dass du beim Kopieren mehrere Quellen genutzt hast.

 

Erlaubt...

Zulässig ist es aber zu zitieren. Dies aber nur in Form von wörtlichem und sinngemäßen Zitieren, beides natürlich durch Fußnote und Literaturangabe wiederauffindbar belegt. Denn ein Referat oder eine Hausarbeit sollen eine eigene schöpferische Leistung des Verfassers sein. Darin sollen der Aufbau, die Gedankenführung und die sprachliche Gestaltung des Verfassers erkennbar sein.

Tipp

In der Regel informieren Lehrer dich, wie man bei diesen Arbeiten wie Seminararbeit, Facharbeit oder schriftliche Referate konkret vorgeht! Das beinhaltet auch das korrekte zitieren!

... und nicht verboten

Erlaubt ist im Übrigen, dass du deine schriftlichen Arbeiten durch ein Rechtschreib- und Grammatikprogramm laufen lässt oder sie nach dem Vier-Augen-Prinzip einer anderen Person zum Beispiel deinen Eltern zur Korrektur vorlegst.

Tipp

Wenn du dir unsicher sein solltest, wie Quellen korrekt genannt oder Zitate mit Fußnote und Literaturangabe als solche richtig wiedergegeben werden, frag deinen Lehrer! Er wird dir sicher gerne Auskunft geben!

Schulische Auswirkungen

Wenn du Plagiate verwendest ist dies für deine Schullaufbahn mit Sicherheit nicht unbedenklich. Denn wer fremdes geistiges Eigentum stibitzt und dieses als seine eigene Leistung verbucht, begeht eine Täuschungshandlung oder zumindest einen Täuschungsversuch. Da kann es leicht mal sein, dass du deine schweißtreibende Arbeit mit "ungenügend" bewertet bekommst. Dabei spielt es selbstverständlich keine Rolle wie viel abgeschrieben wurde.

Grundsätzlich ist der Umgang mit Plagiaten in den verschiedenen Regelungen und Verordnungen der Schulgesetze der Länder geregelt.

Nicht ausreichend für eine Bestrafung ist, wenn dein Lehrer dir die Täuschungshandlung nur unterstellen kann. Grundsätzlich ist nämlich der Nachweis der Täuschungshandlung erforderlich. Kein Problem ist ein Nachweis, wenn man dich in flagranti beim Spicken erwischt oder wenn man beweisen kann, dass deine schriftlichen Leistungen auf unerlaubten Einflüsterungen beruhen. Auch kann dein Lehrer mit Hilfe des Internets das erforderliche Beweismaterial besorgen.

Schwieriger wird die Beweislage, wenn du dich fremder Hilfe bedienst zum Beispiel deiner Eltern und älteren Geschwister. Dein Lehrer kann dich oder deine Helfer durch geschickte Fragen überführen.


Strafmaßnahmen

Dein Lehrer kann möglicherweise folgende Maßnahmen gegen den schwindelnden Übeltäter ergreifen:

  • Ermahnungen (in leichteren Fällen),
  • Verhängung ernsterer Maßnahmen wie Strafarbeiten, Verweise, Schulausschluss bei Wiederholungstätern,
  • Aberkennung der geschummelten Leistung und Wiederholung mit geänderter Themenstellung,
  • Notenabzug oder
  • Bewertung der Leistung mit ungenügend.
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