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Erbengemeinschaft

Gemeinsame Verwaltung des Nachlasses

16.05.2017

Verwaltung bis zur Auflösung der Erbengemeinschaft

Bis der Nachlass unter den Miterben aufgeteilt (fachsprachlich auseinandergesetzt) ist, muss er gemeinschaftlich verwaltet werden. 

Dazu gehören alle Handlungen, die dazu dienen, dass der Nachlass erhalten, genutzt und vermehrt werden kann. Jeder Miterbe ist den anderen gegenüber verpflichtet, bei der ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses mitzuwirken.

Die Miterben sind nur dann von der Verwaltung ausgeschlossen, wenn diese Befugnis ausnahmsweise einem Dritten, wie zum Beispiel einem Testamentsvollstrecker, zusteht. Sonst müssen Sie sich also bei Entscheidungen, z.B. zur Erhaltung und Nutzung einer geerbten Immobilie, einigen. 

Laufende Verwaltung: mehrheitliche Einigung

Bei Entscheidungen, die die laufende Verwaltung betreffen, reicht in der Regel die Stimmenmehrheit der Miterben aus. Sie richtet sich nach der Größe der Erbteile, nicht nach der Anzahl der Miterben.

Zu der laufenden Verwaltung gehört der Abschluss eines neuen Mietvertrages genauso wie notwendige Reparaturen am Haus. Ist eine solche Maßnahme im Sinne einer ordnungsgemäßen Verwaltung nützlich, reicht ein Beschluss nach dem Mehrheitsprinzip. 

Tipp!

Da die Erbengemeinschaft keine eigene Rechtspersönlichkeit hat, muss ein Mietvertrag immer zwischen dem Mieter und allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft geschlossen werden. Die Erbengemeinschaft als solche als Vermieter anzugeben, reicht nicht aus. Allerdings kann einem Miterben zum Beispiel eine Vollmacht erteilt werden, mit der er die anderen Miterben beim Mietvertrag vertritt.

Wesentliche Veränderung: Einstimmigkeit 

Für Maßnahmen, die den Nachlass wesentlich verändern würden, ist Einstimmigkeit erforderlich. Dies betrifft zum Beispiel Maßnahmen wie die Aufteilung eines Mietshauses in Eigentumswohnungen oder wenn ein Miterbe eine Abschlagszahlung auf seinen Erbteil verlangt.

Wenn es eilig ist: Notmaßnahmen im Alleingang

Unaufschiebbare Verwaltungsmaßnahmen, die für die Erhaltung des Nachlasses notwendig sind, kann jeder Miterbe allein treffen. So z.B. die Beseitigung eines Wasserrohrbruchs im Haus oder Handlungen bei drohendem Einsturz der Garage.  

Dies gilt aber nur, wenn  

  • die Maßnahme unaufschiebbar ist
  • es unmöglich ist, rechtzeitig die Zustimmung der anderen Erben einzuholen.

Tipp!

Natürlich können die Miterben gemeinsam eine abweichende Verwaltung des Nachlasses beschließen. Die Verwaltung kann beispielsweise einem Miterben oder einer Person übertragen werden, die der Erbengemeinschaft gar nicht angehört. Der auf diese Weise erteilte Verwaltungsauftrag ist durch die Miterbengemeinschaft jederzeit widerruflich. Darüber hinaus kann auch einer Person für verschiedene Maßnahmen Vollmachten erteilt werden.

Immobilien: Erbfrust statt Gewinnlust

Unterschätzen Sie familiäre Komplikationen nicht, die geerbte Immobilien auszulösen. Vielleicht möchten Sie das elterliche Haus behalten, ein anderer selbst darin wohnen, andere es zu unterschiedlichen Preisen und Zeitpunkten "versilbern". Lange Überlegungszeiten sollten Sie sich als Erbengemeinschaft nicht leisten. Denn bis zur Einigung müssen Sie das Anwesen gemeinschaftlich verwalten. Das kann kosten, denn Sie müssen auch hier aufkommen für die

  • Erhaltung
  • Nutzung
  • Vermehrung des Nachlasses.

Und sollte es zum Streit über kostspielige Reparaturen kommen oder womöglich quengelige Mieter für Ratlosigkeit sorgen, wird die Lust an der Erbschaft endgültig zum Frust.

Friedenspfeife statt Kriegsbeil

Versuchen Sie deswegen möglichst, mit Ihren Miterben eine schnelle und friedliche Lösung zu finden. Als streitende Erbengemeinschaft sind Sie Lieblingsmandant jedes Anwaltes. Denn ein großer Teil Ihres ererbten Vermögens wird seine und die Kasse des Gerichts füllen. Und eine Zwangsversteigerung der Immobilie (Teilungsversteigerung) ist ein Weg, der in der Regel mit sehr viel Ärger verbunden ist.

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