Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Gesetzliche Erben

Gesetzliche Erben

16.05.2017

Wer erbt, wenn kein Testament und kein Erbvertrag existiert?

Dann kommt die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) vorgesehene Erbregelung zum Tragen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Sie Ihr Vermögen denjenigen hinterlassen wollen, die Ihnen am nächsten stehen.

Als gesetzliche Erben gelten

  • Ihr Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner ("Homo-Ehe")
  • Ihre Verwandten.

Leben Sie hingegen ganz und gar ohne solche Angehörigen, beerbt Sie Vater Staat. Andere gesetzliche Erben sind im Gesetz nicht vorgesehen.

Ehegatten

Ihr Ehegatte steht als gesetzlicher Erbe neben Ihren Verwandten, wenn Sie als Erblasser verheiratet sind. Ihre Verwandten erben nur das, was nicht kraft Gesetzes an Ihren Ehegatten fällt.

Ihren Verwandten noch verbleibt, richtet sich nach

  • der Nähe der Verwandtschaft
  • dem Güterstand, in dem Sie als Ehegatten gelebt haben.
Ihr Ehepartner neben Ihren Verwandten erbt, erfahren Sie hier.

Schon hier sei jedoch darauf hingewiesen: Verzichten Sie auf ein Testament oder Erbvertrag und haben Sie keine Kinder, kann sogar ein Neffe noch als gesetzlicher Erbe neben Ihrem Ehegatten am Nachlass beteiligt sein.

Beispiel:

Sie sind verheiratet und kinderlos. Einziger näherer Verwandter ist der Sohn Ihres Bruders. Haben Sie keine letztwillige Verfügung getroffen, kann er neben Ihrem Ehegatten ¼ Ihres Vermögens erben.

Verwandte

Verwandt ...

 

... sind Sie mit Angehörigen, die vom Gesetzgeber in dieser Rangfolge festgelegt wurden:

1. Kinder

2. Enkel

3. Urenkel

4. Ur-Ur-Enkel und deren Kinder

 

 

 

 

Erben erster Ordnung

§ 1924 BGB

 

 

 

 

1. Eltern

2. Geschwister

3. Nichten, Neffen und deren Kinder

 

 

 

 

Erben zweiter Ordnung

§ 1925 BGB

 

 

 

 

1. Großeltern

2. Tanten, Onkel

3. Cousins und Cousinen und deren Kinder

 

 

 

 

 

Erben dritter Ordnung

§ 1926 BGB

 

 

 

 

1. Urgroßeltern und deren weitere Nachfahren

 

 

 

 

Erben vierter Ordnung

§ 1928 BGB

 

 

 

 

Nicht alle Ihre Verwandten sind also in gleicher Weise erbberechtigt.

I: Kinder, Enkel, Urenkel und deren Nachkommen (Erben erster Ordnung)

Der Gesetzgeber unterstellt, dass Ihnen (außer Ihrem Ehegatten) Ihre direkten Nachkommen, also Ihre Kinder, am nächsten stehen. Diese erben Ihr Vermögen zu gleichen Teilen. Haben Sie keine Kinder mehr, erben Ihre Enkel. Verstirbt eines Ihrer Kinder, bekommen seine Kinder dessen Erbteil.


II: Eltern, Geschwister und deren Kinder (Erben zweiter Ordnung)

Wenn Sie keine Kinder, Enkel, Urenkel oder Ur-Ur-Enkel haben, also keine direkten Nachfahren haben, erben Ihre Eltern. Leben diese nicht mehr, werden Sie von Ihren Geschwistern beerbt. Lebt nur ein Elternteil nicht mehr, fällt dessen Erbteil ebenfalls an Ihre Geschwister bzw. anschließend an Neffen und Nichten.


III: Großeltern und deren Abkömmlinge (Erben dritter Ordnung)

Ihre Großeltern und deren Abkömmlinge also Ihre Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen beerben Sie, wenn kein bevorrechtigter Angehöriger mehr lebt. Tanten und Onkel erben wiederum nur dann, wenn mindestens einer der beiden Großelternteile verstorben ist.

Die Reihe derer, die sich im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge Hoffnung auf Ihre Hinterlassenschaft machen können, erschöpft sich damit nicht. Bevor Vater Staat erbt, hat Ihr auch noch so weit entfernter Verwandter das Vorrecht.

 

Nicht verwandt ...

 

 

... sind Sie mit Angehörigen, mit denen Sie keine gemeinsamen Vorfahren haben.

 

Diese sind in der gesetzlichen Erbfolge nicht berücksichtigt (Ausnahme: adoptierte Kinder). Ihr mit Ihnen verschwägerter Anhang wie Schwiegereltern, Schwiegersohn und Schwiegertochter, Stiefvater, Stieftochter, angeheiratete Tante oder Onkel erben also nichts von Ihnen.

Beispiel:

Verbindet Sie mit der Ehefrau Ihres womöglich bereits verstorbenen Sohnes nur Abneigung - keine Sorge. Sie gehört nicht zu Ihren gesetzlichen Erben und erhält nichts. Erbt allerdings ihr minderjähriges Kind, übernimmt sie die Verwaltung des Erbes.

Lebensgefährte

So nahe er Ihnen auch steht: Ihr Lebensabschnittsbegleiter ist vom Gesetz als Erbe nicht vorgesehen. Möchten Sie ihn als Erben einsetzen, wartet Schreibarbeit auf Sie: Sie müssen ein Testament oder einen Erbvertrag zu seinen Gunsten verfassen.

Eingetragene Lebenspartner ("Homo-Ehe")

Haben sich zwei gleichgeschlechtliche Personen entschlossen, in einer Partnerschaft zusammen zu leben, erhalten sie dafür den Segen des Staates. Lassen die Lebenspartner ihre Gemeinschaft nämlich staatlich registrieren, sind sie im gesetzlichen Erbrecht einem Ehegatten gleichgestellt. Seit 1.1.2005 leben Lebenspartner zudem - wie Ehegatten - im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn sie nichts anderes vereinbaren.

 

Permalink

D.A.S. Leistungsservice

D.A.S. Leistungsservice

Immer eine gute Idee, wenn Sie in Sachen Recht nicht weiterwissen: Rufen Sie an! Der D.A.S. Leistungsservice steht Ihnen als Rechtsschutz-Kunden gern unter der gebührenfreien Direktwahl 0800 3273271 zur Verfügung!

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei