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Digitaler Nachlass

Digitaler Nachlass

Hier finden Sie häufige Fragen und Antworten zum Thema "Digitaler Nachlass".

Was ist ein digitaler Nachlass?

Als digitalen Nachlass bezeichnet man alle Benutzerkonten und Profile bei Internetdiensten, sowie alle elektronischen Daten, die Sie im Internet oder auf Hardware gespeichert haben

Gibt es eine gesetzliche Regelung zum Vererben von digitalem Nachlass?

In Deutschland fehlt bislang noch eine gesetzliche Regelung zum digitalen Nachlass. Daher werden die allgemeinen Grundsätze aus dem Erbrecht herangezogen, allerdings ergeben sich in der virtuellen Welt Probleme, für die unser Gesetz keine Lösung bereit hält.

Kann ich meinem Erben meine online gespeicherte Musik unproblematisch vererben?

Die Geräte, die Sie benutzt haben, wie beispielsweise Ihr Laptop, Ihr Smartphone und Ebook gehen auf den Erben über. Sind diese nicht passwortgeschützt, darf er die Daten und Bilder ansehen. Sind die Daten hingegen auf dem Server eines Internetproviders gespeichert (bei einer Cloud oder ähnlichem) darf der Erbe nur dann über sie verfügen, wenn er die Zugangsdaten kennt. So wird Ihr Erbe zwar neuer Eigentümer Ihres Ebooks. Die digitalen Daten gehören ihm aber faktisch nicht. Durch die Zugangsdaten kann er darauf zugreifen. Gleiches gilt für Ihre online gespeicherten Musik, Film- oder Spielesammlungen.

Wie sollte ich mich um meinen digitalen Nachlass am Besten kümmern?

Machen Sie eine Liste mit Ihren Benutzerkonten und Passwörtern und hinterlegen Sie diese an einem sicheren Ort. Sie können die Liste auch auf einem USB Stick speichern und beispielsweise in Ihren Safe Zuhause oder in ein Bankschließfach legen.  Oder richten Sie sich einen Passwort Manager ein. Dieser generiert Passwörter nach dem Zufallsprinzip und speichert diese. Für den Zugang zu Ihrem persönlichen Passwort Manager müssen Sie sich nur noch ein Passwort merken und dieses sollten Sie dann an Ihren Nachlassverwalter weitergeben.  Machen Sie sich Gedanken, was mit Ihren Profilen - gerade solchen aus sozialen Netzwerken - passieren soll. Bei Facebook beispielsweise kann der Account entweder gelöscht werden, oder in einen "Gedenkstatus" gesetzt werden. Geben Sie Ihrem Erben genaue Anweisungen, was Sie sich wüschen. Halten Sie Ihre Liste aktuell! Überlegen Sie sich, was mit privaten Fotos im Netz passieren soll. Sollen diese von Ihrem Verwalter gelöscht werden?

Wie bestimme ich jemanden, der sich um meinen digitalen Nachlass kümmert?

Damit Ihre Überlegungen für Ihr "digitales Weiterleben" dann auch so ausgeführt werden, wie Sie es sich vorstellen, sollten Sie einer Person Ihres Vertrauens eine Vollmacht erteilen, die über den Tod hinaus gilt. Sollte derjenige, dem Sie die Vollmacht geben nicht Ihr Erbe sein, ist Vorsicht geboten. Ihr Erbe kann dann die Vollmacht widerrufen. Sie müssen in Ihr Testament eine Bedingung oder Auflage einfügen, die dem Erben den Widerruf verbietet. Sie können aber auch einfach denjenigen, der sich um Ihren digitalen Nachlass kümmern soll im Testament als "digitalen Nachlassverwalter" erwähnen.

Kann ich meine Zugangsdaten in mein Testament mit aufnehmen?

Können tun Sie dies, allerdings ist es nicht ratsam. Wenn Sie die Liste der Zugangsdaten mit in das Testament aufzunehmen, haben Sie das Problem, dass Sie bei jeder Passwortänderung Ihr Testament ändern müssten. Gerade bei notariellen Testamenten, wäre dies eine teure Angelegenheit.

Wie kann man als Erbe Onlinekonten eines Verstorbenen stilllegen?

Wenn Sie wissen, auf welchen Portalen im Internet der Verstorbene tätig war, ist es ratsam, dort zu versuchen einen Kontakt mittels Email oder Kontaktformular herzustellen. Schildern Sie die Situation und reichen Sie die Sterbeurkunde, eine Ausweiskopie des Verstorbenen und den Erbschein ein. Sollten weitere Unterlagen benötigt werden, wird Sie der Betreiber der Seite darauf hinweisen.

Kann ich als Erbe den Facebook Account des Verstorbenen löschen?

Als Erbe können Sie bei Facebook zwischen zwei Optionen wählen: soll die Seite des Verstorbenen gelöscht werden oder "in Gedenken erhalten" werden. Selbst bearbeiten dürfen Sie die Seite nicht. Facebook setzt einen Hinweis auf die Seite, dass diese in Gedenken an den Verstorbenen erhalten bleibt. Erinnerungen, wie die zum Geburtstag, werden abgeschaltet. Auch dürfen Sie als Erbe nicht auf die Privatnachrichten und Fotos zugreifen.

Sind die Betreiber von Internetseiten verpflichtet mir als Erben Zugang zu allen Daten des Verstorbenen zu gewähren?

Kein Internetdienst ist verpflichtet, den Erben nach Vorlage von Erbschein und Sterbeurkunde Zugang zu dem „fremden“ Konto zu gewähren. Einige Anbieter löschen ein Konto daher lieber komplett, als die Zugangsdaten eines verstorbenen Nutzers an Dritte herauszugeben. Auch Online-Unternehmen mit Hauptsitz im Ausland sperren sich oft, denn dort gelten andere Gesetze. Google beispielsweise verweigert Dritten den Zugriff auf E-Mails und Cloud-Dateien eines Verstorbenen. Die Daten gehören damit weiterhin dem Unternehmen, nicht dem Erben.

D.A.S. Leistungsservice

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