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Pflichtteilsberechtigte

Pflichtteilsberechtigte

2.07.2019

Das Wichtigste Vorweg

  • Alle gesetzlichen Erben sind pflichtteilsberechtigt.
  • Den Pflichtteil erhält man dann, wenn man als gesetzlicher Erbe von der Erbfolge ausgeschlossen wurde. Also man wird entweder Erbe oder Pflichtteilsberechtigter.
  • Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch gegen den Erben.
  • Damit der Pflichtteilsberechtigte Kenntnis über die Höhe des Nachlasses erlangt, hat er einen Auskunftsanspruch gegenüber den Erben.

Pflichtteil statt Erbschaft

Alle Ihre nahen Angehörigen dürfen sich auf einen kleinen Anteil Ihres Vermögens freuen, wenn nach Ihrem Ableben Ihr Nachlass verteilt wird. Ihre gesetzlichen Erben erhalten nämlich einen Pflichtteil, wenn Sie sie nicht zu Erben gemacht haben. Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch des Pflichtteilsberechtigten gegen den oder die Erben. Die Drohung an die ungezogene Tochter "dann enterbe ich Dich" stimmt also nur zum Teil. Zwar können Sie Ihre Kinder selbstverständlich enterben, allerdings steht Ihnen dennoch ein Pflichtteil zu.

Pflichtteilsberechtigte

PflichtteilsberechtigtWer den Pflichtteil erhält ...

Anspruch zumindest auf den Pflichtteil haben

  • Ihre Abkömmlinge (Kinder, Enkel, Urenkel, Ur-Ur-Enkel),
  • Ihre Eltern, wenn Sie keine Abkömmlinge haben,
  • Ihr Ehepartner,
  • Ihr eingetragener Lebenspartner. 

Ihrem Enkel steht nur dann der Pflichtteil zu, wenn sein Vater oder seine Mutter, also Ihr Kind, verstorben ist. Grund: Ein näherer Abkömmling schließt entferntere Abkömmlinge aus.

Beispiel:
Sie setzen Ihre Frau als Alleinerbin ein. Ihr Sohn ist schon verstorben, aber Ihr Enkel lebt noch. Ihr Enkel ist dann pflichtteilsberechtigt.

Ihre Eltern sind nur dann pflichtteilsberechtigt, wenn keine Abkömmlinge mehr leben und erben.

D.A.S. Rechtsschutz für Senioren

Pflichtteilsberechtigte... und wer den Pflichtteil nicht erhält

 

Nicht pflichtteilsberechtigt sind Ihre entfernteren Verwandten, also zum Beispiel

  • Geschwister
  • Onkel, Tanten
  • Neffen und Nichten 
  • Großeltern.

Der geschiedene Ehepartner bekommt - sicher in Ihrem Sinne - ebenfalls nichts.
Hinweis: Dies gilt bereits dann, wenn Sie die Scheidung bereits beantragt hatten und die Voraussetzungen für die Scheidung vorlagen. In diesem Moment entfällt nämlich das Erbrecht des Ehepartner.

Tipp!

Voraussetzung um den Pflichtteil geltend zu machen ist, dass Sie den Berechtigten durch Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen haben. Niemand kann also gleichzeitig Erbe und Pflichtteilsberechtigter sein.

 

Wer den Pflichtteil zahlen muss

 

Mit dem Pflichtteilsrecht erwirbt Ihr enterbter Angehöriger keinen eigenen Erbteil - er hat einen reinen Geldanspruch gegen die Erben. Der Anspruch entsteht mit Ihrem Ableben.

Die Erben schulden den Pflichtteil als "Gesamtschuldner". Damit kann sich Ihr Pflichtteilsberechtigter ganz nach Belieben an denjenigen Erben wenden, den er für den Zahlungskräftigsten hält. Das verringert das Risiko, den Pflichtteilsbetrag womöglich gar nicht zu bekommen. Der zur Zahlung verdonnerte Erbe kann den entsprechenden Anteil dann von den anderen Erben einfordern.

 

Was der Pflichtteilsberechtigte darf

 

Der Pflichtteilsberechtigte, der enterbt ist, befindet sich häufig in einer sehr schwierigen Lage. Er hat nur vage oder gar keine Vorstellungen vom Bestand des Nachlasses.

Damit der Pflichtteilsberechtigte seine Ansprüche geltend machen kann, gewährt der Gesetzgeber ihm folgende Rechte.
Er kann vom Erben verlangen,

 

  • Auskunft über den Bestand des Nachlasses, also über vorhandene Nachlassgegenstände und sämtliche Nachlassverbindlichkeiten zu bekommen.
  • ein Verzeichnis der Nachlassgegenstände, bei dessen Aufstellung er auf Wunsch hinzugezogen wird. Er kann auch begehren, dass das Verzeichnis durch einen Notar aufgestellt wird. Die Kosten dafür werden aus dem Nachlass gezahlt.
  • ein Gutachten über den Wert des Nachlasses, wenn er ein schutzwürdiges Interesse an der Wertermittlung hat. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Berechtigte seinen Pflichtteil nicht selbst zu berechnen vermag. Beispielsweise weil die ihm zugänglichen Tatsachen kein ausreichendes Bild über den Wert des Nachlasses verschaffen. Die Kosten dafür werden aus dem Nachlass gezahlt.
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