Handschriftliches Testament

 

Persönlich schreiben

Die Errichtung eines eigenhändigen Testaments setzt voraus, dass nicht nur die Unterschrift, sondern auch der gesamte darüber befindliche Text per Hand geschrieben wird. Sie müssen Ihren letzten Willens weder in Schönschrift ohne Rechtschreibfehler noch auf besonderem Papier niederlegen. Ihr eigenhändig verfasstes Testament müssen Sie aber

  • persönlich schreiben
    Ihr Testament ist eine Urkunde, die Sie persönlich mit der Hand schreiben müssen. Nur dann ist sie wirksam.

Nicht wirksam ist ein Testament, das

  • von einer anderen Person geschrieben und nur von Ihnen unterzeichnet wurde (Ausnahme: gemeinschaftliches Testament von Ehegatten)
  • mit der Schreibmaschine oder am Computer geschrieben wurde
  • auf Tonband gesprochen oder als Film gedreht wurde.

In diesen Fällen tritt die gesetzliche Erbfolge ein, die Sie mit dem Testament ja gerade außer Kraft setzen wollten.

Eigenhändig unterschreiben

Ohne Ihre Unterschrift ist das Testament unwirksam und für die von Ihnen bedachten Erben wertlos.

Soll, muss aber nicht: Das eigenhändige Testament sollen Sie mit Vor- und Familiennamen unterschreiben. Sie können Ihr Testament zwar auch beispielsweise mit "Euer Paule" unterzeichnen, wenn es keinen Zweifel an Ihrer Identität gibt. Auf der sicheren Seite sind Sie allerdings, wenn Sie Ihren Vor- und Zunamen unter Ihr Schriftwerk setzen. Eine zwingende Form für Ihre Unterschrift ist im Gesetz jedoch nicht vorgesehen.

Ort und Datum

Sie können Ihren letzten Willen mit Orts- und Datumsangabe versehen, unbedingte Wirksamkeitsvoraussetzung ist dies aber ebenfalls nicht. Aus Beweisgründen sollten Sie aber auf das Datum auf keinen Fall verzichten. Sind nämlich mehrere und sich widersprechende Testamente verfasst, gilt allein das mit dem jüngsten Datum. Auch eine Ortsangabe sollte nicht fehlen.

Verwahrung

Entweder ...

Informieren Sie eine vertrauenswürdige Person von der Existenz Ihres letzten Willens. Diese wird im Ernstfall dafür sorgen, dass Ihr eigenhändiges Testament schnell gefunden und dem Nachlassgericht beim Amtsgericht Ihres Wohnortes vorgelegt wird.
Sie können auch einer Vertrauensperson das Testament mit der Bitte um Aufbewahrung überlassen. Im Erbfall muss diese dann das Testament unverzüglich dem Gericht übergeben.

... oder

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie das Testament bei einem Amtsgericht-Nachlassgericht (in Baden-Württemberg bis Ende 2017 beim Notariat) hinterlegen. Für die amtliche Verwahrung wird vom Nachlassgericht eine Gebühr erhoben, welche einmalig 75 Euro beträgt. Die Aufbewahrung gewährleistet, dass das Testament auch tatsächlich gefunden und eröffnet wird. Als Quittung erhalten Sie den Hinterlegungsschein. Verwahren Sie ihn sicher. Sie können durch Vorlage des Hinterlegungsscheins jederzeit auch wieder die Herausgabe des Testaments verlangen.

Die amtliche Verwahrung wird im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer erfasst. Die Bundesnotarkammer erhebt für die Eintragung Gebühren in Höhe von 15 bzw. 18 Euro. Das zuständige Standesamt informiert das Zentrale Testamentsregister zu gegebener Zeit von Ihrem Ableben.

Vorteile

Die Vorteile des handschriftlichen Testaments liegen klar auf der Hand: Es ist schnell und kostengünstig

  • zu erstellen
  • zu ändern
  • zu widerrufen.

Nachteile

Die Nachteile sind nicht so offensichtlich:

  • Ein mit der Hand geschriebenes Testament reicht Behörden und Kreditinstituten oft nicht als Erbnachweis aus. Ihre Erben müssen dann nach Ihrem Ableben zusätzlich einen Erbschein beantragen, dessen Erteilung höhere Kosten verursachen kann als die Errichtung eines notariellen Testamentes.
  • Ein ohne die Ratschläge eines Fachmanns abgefasstes Testament führt im nachhinein oft wegen unklarer Regelungen zu unnötigen Streitigkeiten.
  • Meist werden privatschriftliche Testamente zu Hause aufbewahrt und können leicht verloren gehen oder bewusst von einem nicht ausreichend bedachten Angehörigen vernichtet werden.