Notarielles Testament

 

Niederschrift beim Notar

Zunächst einmal erfolgt eine Beratung zur Rechtsnatur und zu den Auswirkungen der letztwilligen Verfügung. Danach erklären Sie dem Notar den Gegenstand der beabsichtigten Regelung. Er wird diesen

  • schriftlich verfassen,
  • Ihnen den formulierten Testamentstext vorlesen,
  • von Ihnen unterzeichnen lassen,
  • dies dann durch seine Unterschrift bestätigen.

Dadurch ist Ihr Testament wirksam und öffentlich errichtet und wird dem zuständigen Amtsgericht-Nachlassgericht - bzw. in Baden-Württemberg bis Ende 2017 dem staatlichen Notariat - zur Verwahrung überlassen. Ab 1.1.2018 geht die Zuständigkeit für die Verwahrung auch in Baden-Württemberg auf die Amtsgerichte über. Sie erhalten einen Hinterlegungsschein für das in Verwahrung genommene Testament.

In amtliche Verwahrung befindliche Testamente werden dem Zentralen Testamentsregister gemeldet. Nach Ihrem Ableben benachrichtigt das Standesamt des Sterbeortes das Zentrale Testamentsregister, das dann seinerseits das zuständige Nachlassgericht über alle Ihre registrierten Verfügungen informiert.

├ťbergabe eines Schriftst├╝cks

Sie können auch Ihr schon fertiges Testament dem Notar offen oder verschlossen übergeben. Ein solches Schriftstück muss dann ausnahmsweise nicht handschriftlich verfasst und unterschrieben sein.

Wenn Sie dem Notar Ihr Testament als solches Schriftstück überlassen, wird er die Übergabe ebenfalls durch eine Niederschrift quittieren, die sowohl Sie, als auch er mit Unterschriften versehen. Dann veranlasst der Notar die amtliche Verwahrung.

Vorteile des notariellen Testaments

Beratung: Sie nutzen den beruflichen Weitblick und die Erfahrung des Notars, um einen Weg zu finden, Ihre konkreten Vorstellungen möglichst weitgreifend umzusetzen. Er weist Sie zudem auf bestehende Gefahren hin.

Amtliche Verwahrung: Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ein notarielles Testament stets amtlich verwahrt wird. Sicher ist sicher: Ihr letzter Wille ist dadurch fälschungssicher untergebracht und kann nicht "beiseite geschafft" werden.

Notarielles Testament als Erbnachweis: Ein notarielles Testament wird von Behörden, Gerichten und vielen privaten Institutionen (so insbesondere Banken) in Verbindung mit der Eröffnungsniederschrift des Nachlassgerichts als Erbnachweis anerkannt. So ersparen Sie Ihren Erben einen Erbschein zu beantragen, dessen Erteilung höhere Kosten verursacht als das notarielle Testament. Damit kann unter Umständen der Gang zum Notar günstiger sein als die Anfertigung eines handschriftlichen Testaments.

Nachteile

Haben Sie Änderungswünsche, können Sie diese nicht einfach in einem Nachtrag auf dem notariellen Testament vermerken. Wird das notarielle Testament aus der amtlichen Verwahrung genommen, verliert es seine Gültigkeit und muss neu errichtet werden. Dies ist beim Notar wieder mit Kosten verbunden.