Aufgaben

Abwicklungsvollstreckung

Im Regelfall haben Sie Ihren Testamentsvollstrecker zur "Abwicklungsvollstreckung" eingesetzt. Sie erstreckt sich im Wesentlichen darauf, den geordneten Übergang des Vermögens auf die Erben sicherzustellen. Seine Aufgabe ist insbesondere die

Auf welche Art Sie Ihren Testamentsvollstrecker auch beschäftigen: Aufgaben und Befugnisse geben allein Sie vor.

Das bedeutet, dass Sie sowohl ...

  • Grenzen verfügen können, in dem Sie dem Testamentsvollstrecker nur bestimmte Aufgaben zuweisen (z.B. die Verwaltung eines Mietshauses) oder bestimmte Geschäfte (z. B. den Verkauf von Grundstücken) untersagen als auch
  • eine Erweiterung der gesetzlichen Befugnisse (z.B. Eingehen einer Verbindlichkeit gegenüber dem Nachlass) und eine Beschränkung (z.B. Verfügungen über Immobilien nur mit Zustimmung der Erben) anordnen können.

Formulierungsbeispiel: "Für mein vermietetes Haus in der Gleichstraße 50, 80993 München soll bis zum 18. Lebensjahr meiner Tochter Luisa mein Freund Johann Kaufmann als Testamentsvollstrecker die Verwaltung übernehmen."

Was der Testamentsvollstrecker muss

Eine lockere und leicht zu erledigende Nebenbeschäftigung legen Sie Ihrem Testamentsvollstrecker nicht auf, denn das Gesetz stellt an die rechtmäßige Erfüllung der Verwaltung strenge Anforderungen. Er ist daher verpflichtet

  • zu besonderer Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt
  • sich um die Erhaltung der treuhänderisch anvertrauten Werte zu bemühen
  • Verluste zu verhindern
  • das Vermögen möglichst zu vermehren
  • die Erbschaftsteuererklärung abzugeben.

Was der Testamentsvollstrecker darf

Verbindlichkeiten darf der Testamentsvollstrecker eingehen, soweit dies zur ordnungsgemäßen Verwaltung Ihres Nachlasses erforderlich ist. Dafür kann er die Zustimmung Ihrer Erben einholen. Diese müssen sie erteilen, wenn die vorgeschlagene Maßnahme geboten ist. Ist sie es nach Auffassung der Erben nicht, ist Abwinken erlaubt. Bei brisanten und schwer abzuschätzenden Ausgaben wird der Testamentsvollstrecker Wert auf die Zustimmung der Erben legen. Dadurch kann er nämlich verhindern, später von Ihren Erben auf Schadenersatz in Anspruch genommen zu werden.

Tipp!

Geschäfte mit sich selbst abschließen darf der Testamentsvollstrecker nur, wenn Sie ihm das im Testament ausdrücklich erlaubt haben. Sonst sind die Geschäfte unwirksam.