Auswahl

Bei der Auswahl des Testamentsvollstreckers können Sie nicht vorsichtig genug sein! Denn er kann ja durchaus Versuchungen erliegen, sich nicht ausschließlich zum Nutzen Ihres hinterlassenen Vermögens einzusetzen.

Setzen Sie für die verantwortungsvolle Aufgabe nur die Person ein,

  • der Sie bedingungslos vertrauen
  • die wirtschaftliche und rechtliche Erfahrungen mitbringt
  • die Zeit für dieses Amt hat.

Sie können den Testamentsvollstrecker nämlich nicht

  • richterlicher Aufsicht unterstellen oder 
  • durch das Nachlassgericht überwachen lassen.

Wer Testamentsvollstrecker sein kann

  • Ihr Steuerberater oder Anwalt
  • einen naher Freund oder Verwandter
  • ein Miterbe, wie zum Beispiel Ihr Ehegatten
  • ein Verein oder eine Vermögensberatungsgesellschaft.

Sie können natürlich auch mehrere Testamentsvollstrecker benennen.

Wer kein Testamentsvollstrecker sein darf

Als Testamentsvollstrecker können Sie nicht einsetzen

  • den Notar, der Ihr Testament beurkundet hat. Dessen Ernennung ist nach dem Beurkundungsgesetz nichtig.
  • Ihren Alleinerben oder alleinigen Vorerben.

Einen Testamentsvollstrecker können Sie in Ihrem Testament oder einem Erbvertrag berufen. Nennen Sie im Testament oder Erbvertrag unmissverständlich die Person oder Personen, die Sie mit der Testamentsvollstreckung betrauen.

Beispiel:

"Die Testamentsvollstreckung wird angeordnet. Bis zum 18. Lebensjahr meiner Tochter Luisa ist Johann Kaufmann, Gartenweg 2 in München als Testamentsvollstrecker meines Nachlasses eingesetzt."

Als Ehegatten können Sie in einem gemeinschaftlichen Testament einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Ausdrücklich verfügen müssen Sie aber, ob die Testamentsvollstreckung gilt

  • bereits für den Tod des zuerst Versterbenden
  • erst nach dem Ableben des überlebenden Ehegatten.

Beispiel:

"Wir setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein. Nach dem Tod des zuletzt Versterbenden wird Testamentsvollstreckung angeordnet. Erben sollen dann unsere beiden Kinder Max und Moritz sein."

Befinden Sie auch nach zahllosen schlaflosen Nächten niemanden des Amtes für würdig, können Sie die Auswahl auch einem Dritten überlassen. Diese erfolgt dann durch öffentlich beglaubigte Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht. Als Notlösung bietet sich an, dass Sie in Ihrem Testament das Nachlassgericht ersuchen, einen geeigneten Testamentsvollstrecker zu ernennen. Allerdings ist das Gericht nicht verpflichtet, Ihrem Wunsch nachzukommen, sondern hat einen Ermessensspielraum.