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Testierfähigkeit

Testierfähigkeit

18.01.2018

Reife und Verstand unerlässlich

Wollen Sie ein wirksames Testament verfassen, müssen Sie testierfähig sein. Das bedeutet, dass Sie ein gewisses Alter (16 Jahre) erreicht haben und geistig bei Verstand sind. Dann können Sie Ihre Erben nach Ihrem freien Willen bestimmen. Hierfür sind weder vernünftige noch von Dritten nachvollziehbare Gründe erforderlich. Jugendliche ab 16 Jahren können ein Testament errichten, jedoch nur in Form eines notariellen Testaments.

Haben Sie Zweifel, dass nach Ihrem Ableben nicht bedachte Angehörige das Testament nicht akzeptieren wollen und sich darauf berufen, dass Sie wegen Altersschwäche oder Krankheit "nicht wussten, was Sie tun"? Keine Sorge! Eine zittrige Handschrift bei Abfassung Ihres Testaments reicht dem Gericht als Beweis nicht aus.

Wer kein Testament errichten darf

Unter 16

Sind Sie noch nicht 16 Jahre alt, sparen Sie sich die Arbeit: Für Sie ist es noch zu früh, um an die Verteilung Ihrer irdischen Güter zu denken.

Geistig nicht gesund

Leidet ein Erblasser an "krankhafter Störung der Geistestätigkeit, Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörung", gilt er als testierunfähig. Verfasst er ein Testament, ist dies unwirksam. In diesem Fall tritt dann die gesetzliche Erbfolge ein.
Gesundheitliche Probleme und eine zittrige Handschrift sind jedoch keine Hindernisse, wirksam zu testieren.

Tipp!

Besteht die Gefahr, dass nach Ihrem Tod die Testierfähigkeit in Frage gestellt wird, empfiehlt es sich, bei der Errichtung des Testaments die Testierfähigkeit durch ein psychiatrisches Gutachten bestätigen zu lassen.

Wer ein Testament errichten darf

Über 16 und noch nicht 18 (beschränkte Testierfähigkeit)

Haben Sie das Bedürfnis, bereits nach Vollendung des 16. Lebensjahres Ihr Testament zu schreiben, sind aber noch nicht volljährig? Wenden Sie sich an einen Notar, um dies wirksam zu gestalten (notarielles Testament). Die Einwilligung Ihrer Eltern ist nicht erforderlich. Vorsicht: Ein mit der Hand geschriebenes Testament wäre unwirksam. Auch mit dem Eintritt Ihrer Volljährigkeit wird es nicht wirksam.

Volljährige (unbeschränkte Testierfähigkeit)

Mit dem Tag Ihrer Volljährigkeit können Sie handschriftlich bestimmen, wen Sie nach Ihrem Ableben zu enterben beabsichtigen oder mit Ihrer bisher erworbenen Habe beglücken möchten.

Unter Betreuung

Einfluss auf die Testierfähigkeit kann der psychische Gesundheitszustand des Erblassers haben. Allein die Tatsache, dass Sie als künftiger Erblasser unter Betreuung stehen, hindert Sie allerdings nicht daran, über Ihren letzten Willen wirksam zu bestimmen. Eine Einwilligung durch Betreuer oder Gericht sind nicht erforderlich. Voraussetzung ist die notwendige Einsichtsfähigkeit. Um Zweifel auszuräumen, kann ein ärztliches Gutachten eingeholt werden. Hierfür bedarf es allerdings der Einwilligung des Betreuers. Die sogenannte Entmündigung gibt es seit 1.1.1992 nicht mehr.

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Tags: Testament

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