Ergänzung

Anspruch auf Ergänzung des Pflichtteils

Der Erblasser kann den Pflichtteilsanspruch seiner nächsten Angehörigen unter ande­rem dadurch verkürzen, dass er zu Lebzeiten Schenkungen an andere Personen macht. Dadurch vermindert sich die Höhe des Nachlasses und mithin auch der Pflicht­teil.

Um das zu verhindern, bestimmt das Gesetz, dass der Pflichtteilsberechtigte vom Erben als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen kann, den der Erblasser einem Dritten als Schenkung zugewendet hat. Diesen Anspruch nennt man Pflichtteilsergänzungsan­spruch. In die­sem Fall werden die Zuwendungen dem Nachlass hinzugerechnet und erhöhen damit auch den Pflichtteil der Pflichtteilsberechtigten.

Berücksichtigt werden allerdings nur Schenkungen, die innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Erbfall vorgenommen wur­den. Die Berücksichtigung erfolgt anteilig gestaffelt nach der Zahl der Jahre, die die Schenkung zurückliegt. Nicht berücksichtigt werden auch so genannte Anstandsschenkungen (z.B. Ge­burts- oder Weihnachtsgeschenke).

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch ist der Betrag, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der Wert des Geschenks dem realen Nachlass fiktiv hinzugerechnet wird.

Wichtige Vorschriften

§ 2325 BGB Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen