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Patientenverfügung

Entspricht Ihre Patientenverfügung noch den neuesten BGH-Anforderungen?

5.02.2017

Durch das neue Urteil des Bundesgerichtshofs vom 06.07.2016 wurden die Karten für die Patientenverfügung nochmals neu gemischt. Daher sollten Sie Ihre Patientenverfügung sicherheitshalber nochmals zur Hand nehmen und kontrollieren. Der Gerichtshof sagt in seinem neuen Urteil die Formulierung "keine lebensverlängernden Maßnahmen" zu wünschen, reicht nicht aus.

Wir haben Ihnen daher eine Checkliste erstellt, die es Ihnen erleichtern soll Ihre persönliche Patientenverfügung nochmals zu prüfen:  

 

Checkliste: Überprüfung der eigenen Patientenverfügung

intensivmedizinische Maßnahme benannt

Die allgemeine Formulierung "keine lebensverlängernden Maßnahmen" in der Patientenverfügung reicht in Zukunft nicht mehr aus. Vielmehr müssen Sie konkrete Behandlungsmaßnahmen ausschließen, wie zum Beispiel:

  • keine künstliche Ernährung, weder mittels Magensonde, noch über die Nase, Bauchdecke oder intravenös
  • keine künstliche Beatmung oder Sauerstoffzufuhr
  • keine Dialyse oder Bluttransfusion
  • keine künstliche Versorgung mit Flüssigkeit

bestimmte Krankheitsbilder

Darüber hinaus sollte die Patientenverfügung für unterschiedliche Behandlungssituationen eine Regelung enthalten, beispielsweise für:

  • Demenz
  • Wachkoma: hier ist es möglich eine Formulierung zu treffen, die eine Abschaltung der Geräte nach Ablauf einer bestimmten Frist (zum Beispiel 5 Jahre) vorsieht

bestimmte Behandlungssituationen

Nachdem eine intensivmedizinische Maßnahme auf unterschiedlichsten Vorfällen beruhen kann, sollte auch auf diese Bezug genommen werden, wie zum Beispiel:

  • unmittelbarer Sterbeprozess
  • Endstadium einer unheilbaren Krankheit
  • Unfall

Sie sollten für diese konkreten Umstände festlegen, welche Behandlung Sie wünschen.

Übertragung des letztendlichen Entscheidungsrecht

Nachdem glücklicherweise niemand die Zukunft vorhersehen kann, sollten Sie einer Person Ihres Vertrauens ein letztendliches Entscheidungsrecht übertragen und mit dieser Person im Vorfeld intensiv besprechen, wie Sie sich das Ende Ihres Lebens vorstellen, damit dann in Ihrem Willen entschieden werden kann.

 

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